Hier würde sich ja aber auf der Stelle ein sehr fruchtbarer Gesichtspunkt ergeben und maßgebend sein. Nämlich der, daß, wenn alle vorhandenen Elemente aus dem Urelement hervorgegangen sind, bezw. Ausdifferenzierungen desselben darstellen, sie irgend einmal noch nicht vorhanden gewesen sein können, sondern daß stattdessen der gesamte kosmische Umfang eine einheitliche Urelementformation gewesen sein muß.
Ich kenne die Anschauungen über das Urelement, die heute in der Chemie bestehen, nicht des näheren: ich glaube aber, man nimmt eine ätherähnliche Beschaffenheit desselben an, und man würde also den sogenannten »Weltäther« als das Urelement ansprechen dürfen.
Damit wäre das Urelement bereits lokalisiert. Lokalisiert man es indessen wirklich solchermaßen, so würde sich sofort ein schwerwiegender Einwand erheben.
Da man nämlich eine unendliche Ausdehnung des Kosmos annimmt, muß mit dieser auch eine unendliche Ausdehnung des Weltäthers oder der vormaligen einheitlichen Urelementformation gegeben sein. Aus dem Weltäther, dem Urelement, bilden sich alsdann durch Kontraktion die übrigen Elemente hervor.
Wäre es denn nun aber wirklich angängig, von einer solchen uranfänglichen Entstehung der Elemente aus dem Weltäther (Urelement) zu reden, da die Elemente ja doch, angesichts der unendlichen Ausdehnung des Kosmos, beständig und noch dazu in Gestalt von unendlich vielen körperlichen Gebilden vorhanden sein müßten?
Mit anderen Worten: es läßt sich angesichts einer Unendlichkeit des Kosmos überhaupt nicht feststellen, daß die Elemente aus einem Urelement, einem Weltäther irgendeinmal erst entstanden wären! Vielmehr wäre ein anderes undenkbar, als daß die Elemente ewig neben dem Weltäther und in ihm vorhanden wären. Alsdann aber könnte dieser letztere offenbar nichts anderes sein, als ein Element neben anderen, oder noch besser: nichts als ein durch die Kontraktionen äußerst angespannter und verdünnter Zustand der Substanz.
Also nochmals: angesichts der bisher bestehenden Anschauung von einer unendlichen Ausdehnung des Kosmos kann von einer uranfänglichen Ausdifferenzierung der Elemente aus einem Urelement und einer einheitlichen Urelementformation hervor, deren Annahme doch vollständig unerläßlich ist, ganz und gar nicht die Rede sein, sondern es müssen ewig alle Elemente neben- und ineinander vorhanden sein. Dagegen ist nicht der geringste Einwand zu erheben.
Nun steht es ja aber in Wahrheit so, daß die Chemie die gesamte organisch-anorganische Entwicklungsreihe bis auf eine ursprüngliche einheitliche Urelementformation tatsächlich hat zurückführen können; daß also vordem wirklich eine einheitliche Urelementformation bestanden hat.