Vergleichen wir zunächst die religiöse Anschauung des Menschen der Urzeit und der Antike mit den Ausmachungen, die wir in kosmischen Dingen gewonnen haben.
Der Mensch der Urzeit und der Antike wußte eine rund in sich abgeschlossene Welt. Nun, wir sind genötigt, diese Auffassung vollständig zu bestätigen! Nur daß unsere Anschauung sich im einzelnen nicht mehr so naiv äußert, wie die des Urmenschen und des antiken Menschen, und daß wir die Ausdehnung und Gliederung des Kosmos exakt erkennen und sie ihrem Entstehen und Vergehen nach aus ihrem Urzustand heraus festzustellen in der Lage sind.
Die Erde befand sich für den Menschen der Vorzeit und der Antike in der Mitte der Welt. Auch wir erkannten in ihr den kosmischen Zentralkörper. Wenn auch mit dem Unterschied, daß sie dem Menschen der Vorzeit stillstand, während wir wissen, daß sie rotiert; daß wir außerdem eine exakte Vorstellung von ihrem Inneren haben, von ihrer Kugelgestalt ferner und von der Beschaffenheit ihrer Oberfläche.
Es fragt sich also nur noch, ob sich auch die Haupt- und Grundtatsache der Religion bestätigt; das Urpaar und seine Elite, oder das oberste Gottpaar und seine Neben- und Untergötter; bezw. die Identität der Götter mit Urpaar und seiner Elite, oder beider mit der absoluten Weltindividualität; oder vielmehr mit dem zweiseitigen absoluten Weltindividuum, denn um ein solches und nur um ein solches kann es sich in Wirklichkeit handeln, während die Begriffe »Gottheit« oder »absolute Individualität« viel zu unbestimmte, flache und also in jedem wesentlichen Betracht unrichtige sind! Es handelt sich durchaus um einen persönlichen Gott, um ein absolutes Gottindividuum! – Wir sahen, daß diese Tatsache und Prämisse der Religion, unter welchen Ausgestaltungen auch immer, sich von der Urzeit bis auf die neuste und vorgeschrittenste Religionsform, die christliche, in Bestand erhalten hat.
Wie aber stellt sich also die exakte Wissenschaft zu dieser religiösen Grundtatsache, oder vielmehr: wie einzig hat sie sich mit jeder Notwendigkeit zu ihr zu stellen?
Gleich gesagt: sie vermag nichts anderes, als sie in jedem wesentlichen Betracht zu bekräftigen und bringt sie lediglich zu ihrer letzten und vollkommensten, endgültigsten Ausgestaltung!
Denn so viel hat sich bereits aus all unserem bisherigen Zusammenhange ergeben, daß eins hier das andere mit jeder Notwendigkeit einschließt: nämlich die Tatsache eines elliptisch endlich in sich geschlossenen Kosmos und kosmischen Systems, ferner seiner einheitlichen Entwicklung aus einem einpolaren Ur- und Grundzustand ∞ hervor und der absoluten Einheit seiner Kraft und Polarität die andere, daß das bewußtheitliche Leben dieses elliptischen Wesens ein einheitliches, absolutes und ihm unteilbar unveräußerliches ist, und daß also der Träger dieser Bewußtheitlichkeit, daß das höhere organische Leben und daß der Mensch mit dem elliptischen Weltwesen vollständig identisch ist!
Doch bedarf es noch einer besonderen Erörterung, damit wir zur endgültigen Bestätigung der religiösen Grundtatsache gelangen.