Diese Erscheinung nun aber hat sich abzufinden mit jenem ein für allemal in den engen Grenzen seines Umfanges gehaltenen Bezirk des höher- und höchstbewußtheitlichen Lebens.

Das kann aber nur auf eine ganz bestimmte Weise geschehen und geschieht, wie die Biologie ja schon längst nachgewiesen hat, freilich ohne sich der ungeheuer wichtigen Tragweite dieser Ausmachung bis jetzt auch nur im entferntesten bewußt zu werden! –, indertat so: nämlich vermöge einer Abtragung oder Resorbtion der überwundenen Gattungen und Arten, welche sich durchaus nach Maßgabe der jeweiligen Vitalität und Beweglichkeit und der Weiterentwicklung der vorgeschrittensten und höchsten Gattung vollzog und vollzieht und je nachdem, wie diese die überholten Gattungen und Arten noch als ihre Ausgliederung für ihren vorschreitenden Lebensprozeß vonnöten hat.

Diese Abtragung und Resorbtion ist eine dem organischen Leben ganz besonders eigene Funktion und Erscheinung.

In der anorganischen Welt besteht sie nicht. Denn hier wurden alle Hauptstadien der Entwicklung ein für allemal statisch festgehalten. Es blieben alle ausgewirkten Elemente bestehen. Sie verbinden sich zwar in der mannigfachsten Weise, resorbieren sich aber nicht. Auch alle sonstigen anorganischen Bildungen blieben statisch bewahrt, wie sie sich gegenseitig auch immer beeinflussen, verschieben oder umwandeln mögen.

Das wird aber sofort anders, sobald das organische Leben erreicht ist! Hier werden die früheren Arten von den späteren resorbiert; sie verschwinden und sterben hinter den letzteren aus, je mehr von ihnen aus die Entwicklung weiter geht.

Nun verhält es sich allerdings aber so, daß diese Abtragung oder Resorbtion im Bereich des sehr ausgedehnten unterbewußten organischen Lebens vorerst noch eine ganz geringfügige ist. Je edler und vorgeschrittener indessen das unterbewußte, organische Leben, um so auffallender setzt auch bereits die Abtragung und Resorbtion der Arten ein. So z. B. in der Pflanzenwelt. Die Urformen derselben gibt es heute nicht mehr; wesentlich andere sind an ihre Stelle getreten.

Sobald aber erst das bewußtheitlich organische Leben erreicht ist, wird die Abtragung und Resorbtion immer auffallender! So sind die Urwürmer, Urfische, Uramphibien, ist die Echsenwelt heute so gut wie gänzlich ausgestorben, abgetragen, resorbiert. Noch auffallender wird dann die Erscheinung in der Welt des höheren Bewußtseins. Am allerauffallendsten aber im Bereich der höheren Säugetiere und menschlicher Gattung! Wieviel Arten und Rassen sind nicht seit der Urzeit vergangen und entstanden und welche ungeheueren, rastlosen Verschiebungen, Resorbtionen und Neuentwicklungen haben sich nicht im Zeitraum der Historie vollzogen! – Ziehen wir nun noch einmal den sehr eingeschränkten Spielraum in Betracht, der dem höher- und höchstbewußtlichen Leben ein für allemal und immanent absolut eignet, ziehen wir ferner in Betracht, daß ja nichts anderes als die jeweilig dominierende vorgeschrittenste organische Formation oder Gattung selbst es ist, die sich in die nächsthöhere und neueste durch Weiterzeugung transformiert, und daß ein und der gleiche organisch-bewußtheitliche Bestand selbst es ist, der sich in immer höhere Stufen weiterzeugt; erwägen wir schließlich, daß jede Transformation nicht anders sich vollzieht als durch ein motorisches Individuum und seine Elite, so ist mit all diesen Momenten endgültig die persönliche Identität eines jeden motorischen Individuums mit allen und dem ersten, dem Urahn-Paar, gegeben! Damit ist aber die persönliche Unsterblichkeit eines jeden einzelnen Menschen ein für allemal exakt ermittelt und sichergestellt! Und zugleich die Unsterblichkeitslehren der Religionen! Dies alles aber schließt wieder ein, daß nicht nur die organisch-bewußtheitlichen Formen des motorischen Individuums und seiner Elite in der Identität eines und des gleichen Paar-Individuums stehen, sondern auch jene Formen, welche die Hauptstadien der anorganischen Entwicklung vom zentralen Uratom und seiner Atomenelite ab bewerkstelligten und eine aus der anderen hervor entfalteten! So daß also das menschliche Urahnen-Paar zugleich vollständig persönlich identisch ist mit dem zentralen Uratom, einem ersten substanziellen Verdichtungsansatz beim Entstehen des Urelementes usf. Was aber das noch heute bestehende rotierende zentrale Uratom anbetrifft, so ist zu sagen, daß es nicht nur das motorische Individuum selbst, sondern zugleich auch, indem es vormals ganz und gar dieses Individuum persönlich war, eine Form desselben war. Als solche Form wurde es statisch festgehalten, auch als das motorische Individuum weitergerückt und Urelement geworden war, und als solche Form und Funktion desselben funktioniert es auch heute noch und weiter. Das motorische Individuum selbst aber befindet sich stets in der vorgerücktesten und höchsten Form der Entwicklung; alles was es hinter sich gelassen hat, besteht als sein Sediment und Fundament weiter und hat eine Repräsentanz des motorischen Individuums; im übrigen aber ist zu sagen, daß aller Bestand der Entwicklung sich stets nur im motorischen Individuum selbst polar verknüpft, und daß nichts anderes als dieses der Schwerpunkt der ganzen Entwicklung des absoluten Individuums ist!

Da sich nun aber das absolute Individuum und das motorische Individuum absolut nicht anders bestimmen kann, als nach der Form seiner höchsten Bewußtheitlichkeit, so hat sich durch die ganze Entwicklung hindurch vom einpolaren Zustand ∞ ab schlechterdings nichts anderes entwickelt als diese Form. – Ich habe in meinem früher erwähnten Buche »Das absolute Individuum und die Vollendung der Religion« nachgewiesen, daß diese höchste bewußtheitliche Form keine andere ist, als der Mensch. So daß also absolutes und motorisches Individuum sich endgültig und exakt bestimmt als Individuum Mensch!

So entwickelt sich denn ewig nur ein und das gleiche Individuum, nämlich das absolute in Gestalt eines motorischen Individuums und einer Elite desselben weiter; und somit entfaltet sich auch nur eine Gattung, als und durch eine Art, eine Rasse und eine Familie! Nur daß sie ihre überwundenen Stufen und Ausgliederungen statisch als solche festhält oder, im höher und höchstentwickelten bewußtheitlichen Leben, resorbiert, was gleichbedeutend ist mit organischer Neu-, Weiter- und Wiedergeburt!

Im übrigen wird sich das motorische Paar-Individuum persönlich und selbst, als solches, immer da finden und wiedergebären, wo eine Hauptphase der Entfaltung erzeugt wird und sich konstituierte (im übrigen natürlich wiedererreicht wird, denn sie ist ja mit dem absoluten Individuum und all seinem Bestand und Umfang ewig und absolut an ihrer Stelle. Auch wenn sie mit allem anderen im Nu des einpolar neutralen Zustandes ∞ latent ist!). Es wird sich aber auch wiedergebären da, wo es darauf ankommt, die Hauptphasen einer bestimmten neuen Form und Gattung zu entfalten. Also wird das motorische Individuum mit seiner Elite sicherlich jeweilig z. B. jene Rasse erzeugt haben, welche der Grundstock einer der großen menschlichen Hauptkulturen war! So daß also den Göttern gewisser großer menschlicher Hauptreligionen ohne jeden Zweifel jedesmal eine menschlich persönliche Form des motorischen Individuums und seiner Elite entsprochen hat! – Z. B. steht es über jedem Zweifel, daß ein menschliches Paar einst gelebt hat, dem die mythischen Vorstellungen von Osiris und Isis oder Odhin und Frigga entsprechen!