Natürlich interessiere ich mich für seine Malerei, die in diesem langweiligen kleinen Nest nun schon mal eine seiner Junggesellenschrullen ist. Ich bewundere, kritisiere und bitte ihn, sich nicht stören zu lassen. Er pinselt weiter. Aber ich merke, wie er sich auf unsere bevorstehenden Stammtischabende im „Goldenen Stern“ freut.

Ach, wie er vor Wißbegierde brennt! — Wie er gleich nach der „Weltstadt“ fragt, diesem Wunder seiner stillen Sehnsucht, und wie er mich sofort in eins seiner freisinnigen Gespräche verwickelt. — Diese kleine naive Eigenheit, sogleich auf sein Lieblingsthema zu kommen, läßt mich ihn lieben. Zwar es ist immer dasselbe von Büchner, Darwin, Häckel, Vogt bis zur letzten Rede Eugen Richters: aber es hört sich ihm so schön zu. Wie seine Augen vor Begeisterung strahlen, wie seine Locken beben, wie er gestikuliert und eine fast jünglingshafte Verve entwickelt...

Indessen für diesmal setz’ ich ihm ein Wehr und komme auf den Schlüssel.

Er ist einigermaßen verdutzt, aber dann giebt er mir nach einer kleinen Pause, wennschon ein wenig verstimmt, Bescheid. In der Domäne kann ich ihn bekommen... Ich spreche von heute abend und dem „goldenen Stern“ und erziele damit einen leidlichen „Abgang“...


Auf dem grauglatten Rasenfilz schreite ich zwischen windgeducktem Heckenrosengebüsch hin, um das alte graue Ungeheuer herum.

Die tote Ruhe dieser vier kolossalen verwitterten Mauerflächen mit ihren winzigen Luken! — Er stammt aus der Zeit der sächsischen Kaiser...

Wie die Falken schrillen! — Und die vielen schwarzen Dohlen!...

Oben, man reckt sich den Hals aus, die niedrige schwarzbraune Haube im klaren Blau, zwischen den weitgestreckten weißen Windbäumen! —