Tausendjährig! —
Ein wenig nervös steig’ ich die morschen Kalksteinstufen hinauf zu der schweren, beschlagenen Thür. Wie sie in das Mauerwerk hineingehen, geben sie einen Begriff seiner ungeheuerlichen Dicke.
Das Aufschließen macht Mühe. Das alte Schloß giebt Laute von sich, die mir durch alle Nerven fahren.
Endlich! — Die Angeln bewegen sich. — Ein heiserer Baßton, der in einen schrillen Diskant umschlägt in modriges totstilles Dunkel hinein, wie — aus ihm heraus mir entgegen.
Schwarze Stille! —
Ich trete ein und befinde mich in einem Vorraum.
Eine Art wunderlicher Furcht hat mich ergriffen. Aber sie ist nicht unangenehm. Weil sie mehr eine unwillkürliche plötzliche Erinnerung an jene Knabenfurcht ist, mit der ich mich wohl in der Dunkelheit, gelegentlich eines noch notwendigen Ganges, am Friedhof vorüberdrückte. Die alten dunklen Tannen und Trauereschen und der Ahorn, in dem es so seltsam winselte, pfiff und raunte...
Schrillen und Schilfern um mich herum. —
Wie ich mich vorwärts taste auf so etwas wie eine Treppe zu, die ich in ihren leisen Umrissen mehr errate als sehe, klirrt etwas. — Es muß Ackergerät sein. Die Leute von der Domäne mögen’s hier untergebracht haben.