Wie in aller Welt war ich gerade hierher geraten?! — Richtig! Jetzt saß ich in Nachbar Schraube seinem großen Fischerkahn, ganz vorn an der Spitze. Sie ragte gerade aus dem Schilf heraus in das kräuselnde Smaragdgrün des Wassers hinein, in all die zahllosen, weit hüpfenden goldenen Sonnenflämmchen... Und spüre, wie’s mich schaukelt... Der Kahn? Ein Wort? Vier Worte?... Genau die vier Worte des „dummen Joseph“. Aber eigentlich: Worte? Nein! Ich weiß selbst nicht...
Ach, nur immer dies Wiegen und die fern verschleierte Weite des feinen Wellenspiels... Immer dies sanfte, monoton einlullende Plätschern an den feuchten Wänden des Kahns... Das Wispern im Schilf... Und so ein Staunen... So halb Grauen, halb Lust...
Horch!
O, dies leise Schwirren der Luft über die kräuselnde Fläche hin! — — —
Warum spricht es nur immer in mir so leise und heimlich: „Wort“? „Wort“?...
Ich liege mit dem Kopf über Bord und alles geht mir so wohlig durcheinander.
Wort?
Aber nein! Nun ist es mit einem Mal eine Vorstellung, eine Erinnerung.
In der Einsamkeit steh’ ich am Strand. Bis dicht zu meinen Füßen treibt eine Boe meterhohe Wellen aus der dunklen stahlblauen Ferne mit mächtigen Schaumkämmen schräg gegen den Strand, und ich höre das unaufhörliche donnerartige Bersten der aufgestauten Gewässer auf dem harten Ufersand. Ich höre das Pfeifen, Zausen und Winseln des Windes, der dunkelgeballtes Gewölk jagt und in dem starren Dünenhafer zischt. Ich spüre diesen eigentümlichen Thrangeruch und höre das schrille Jauchzen der Möven: immer „tjäh!“ — „tjäh!“ — „tjäh!“, das so sehr an den Grundtyp der Anwohnersprache erinnert. Aber alles verschlingt und übertäubt dieses eine ungeheure Rollen, Donnern, Brüllen der berstenden Wassermassen.