Die Hyacinthe.

In einem eigens dazu hergerichteten Glas habe ich eine Hyacinthenzwiebel.

Wie köstlich zu beobachten, wie sich hier die Natur gestaltet! So schlicht, so still, mit so kräftigem wohligen Behagen.

Zuerst ist es nur die Zwiebel. Aber wie viel Freude, sie zu betrachten, wie sie da vor mir auf dem Schreibtisch steht, zwischen allerlei Kleinkram und Erinnerungen, selbst eine liebe Erinnerung.

Das zartfrische Farbenspiel ihrer Schale: in allen feinen und feinsten Nüancen spielend zwischen Braun, Bläulich, Weiß, Violett und Lila. Oben ist ein hellgrünes gelbliches Spitzchen, mit der der innerlich schlummernde treibende Lebenskeim zu erwachen beginnt. Unten viele feine, lichtweiße Wurzelfaserchen, die sich munter in das Wasser hinabschlingen.

Die Lust, das unbändige Behagen in diesen Windungen! Das Spreizen dieser Formen!

Man muß unwillkürlich drüber lachen.

Ich höre ein Kind lallen und gurgeln, sehe es mit seinen Zehchen spielen, mit seinen dicken Händchen vor sich hingrappsen im süßen Dämmer seines ersten Seins.

Diese Lust, zu beobachten, Tag für Tag, wie es mehr und mehr erwacht und wird und wird, seitdem ich es aus der dunklen Schublade hier in sein Lebenselement gebracht.