Seine Augen leuchten auf in einer beginnenden Ekstase.
Macht! Königspriester seines einigen weltmächtigen Volkes! — Seines Volkes! — Nein, welches Volkes?! —
Versunken liegt er, mit aufgestemmten Fäusten und starrt in die mondschimmernden Halme und sieht in sich hinein und lauscht.
Armes, kleines Juda! — Zeit und Stunde kommt, da wird kein Stein auf dem andern bleiben von den stolzen Zinnen da oben. Rom! — Aber sein Auge weitet sich. Seine Brust wogt, Schweiß trieft von seiner Stirn und sein Mund ächzt unter der Fülle der Visionen. — Uralte Mysterien dämmern herauf in seinem mächtigen Gehirn und er sieht die Wiederkunft, Seine, des Einen, herab von der Rechten des ewigen Thrones in Macht und Herrlichkeit. Zeichen und Wunder vom Himmel und auf der Erde verkünden ihn, und die staunende, lauschende Stille der Völker. Und Kaisergott wird Er, der Heimliche, sein heimliches, einiges, erwähltes Volk um sich sammeln, das neue Volk der Völker, ein Sauerteig der Welt, ein Stamm von Freien und Königen, das offenbar gewordene Reich der Verheißungen, und Er sein neuer Adam...
Und doch!...
Noch diese Nacht!...
Und vor ihm gähnt schwarz und finster das uralte Rätsel, und die alten Zweifel und Anfechtungen kommen, die nie einer der Seinen geahnt, die heimlichen Dämonen seiner Brust.
Ward ihm nicht die Gewalt und das heimlich heilige Vermächtnis seines Blutes? Ist er nicht gekommen? Ist er nicht da mit seinem hohen Beruf? Sind die Zeiten nicht erfüllt, von denen die Propheten sagten? Sind die Völker nicht zu ihm gekommen?
Ist er den rechten Weg gegangen?