O Judas!...
O Herr, Herr! — Licht! —
Soll er sich seinen Henkern überantworten? Soll der Tod der Schmach und Erniedrigung sein Ende sein?
„O Herr, wenn es möglich ist, laß diesen Kelch an mir vorübergehn!“
Still! —
Nein, noch nicht! —
Nur das Rauschen der Kronen in der hellen Stille. Da oben die eisige Pracht der Höhen. Und die weißen kalten Mondlichter.
Noch nicht! —
Andere Gedanken kommen und Anfechtungen. Und er gedenkt Marias, die sein Haupt gesalbt und seine Füße und sie getrocknet mit dem Haar ihres Hauptes, als er im Hause ihres Bruders Lazarus weilte, seines lieben Gastfreundes von Bethania. Er sieht sie zu seinen Füßen sitzen in ihrem lichten Gewand. Ihre dunklen Augen haften in selbstvergessener Bewunderung an seinem Gesicht, und hingegeben lauscht sie seinen Worten. Aber Martha, die häuslich geschäftige Schwester, schilt sie, die das bessere Teil erwählt.