Da!
Schritte, Stimmen und der düster irrende Schein der Fackeln zwischen den grauen Stämmen.
Er erhebt sich und seine Augen werden weit und seine Brust wird still in einer tiefen, gelassenen, schweigenden Ergebenheit.
So tritt er ihnen entgegen und empfängt den Kuß seines dunklen Bruders und Erlösers...
3. Golgatha.
Man weiß: eine Woche nach dem Passah wurde der Rabbi mit den beiden Missethätern zur Richtstätte geführt.
Erlösungsfreudig hatte er sich nach den letzten Stunden seiner qualvollen Einsamkeit in Gethsemane seinen Feinden und Widersachern überantwortet. Wie von der Hand des Vaters geleitet, ging er seinem stillen Kampf entgegen, ein Riese unter allen Kämpfern, Legion er gegen Legion.
Nicht mehr brannte der Judaskuß in seiner Seele, nicht mehr fühlte er den Schmerz über die Flucht der Seinen.