So war der Meister erhöht mit Spott, der einem Verwundern glich...

Darauf aber entkleideten sie ihn seines Purpurmantels und Gewandes und zogen ihn hinauf mitsamt den beiden Übelthätern, einen jeden an sein Kreuz; und sie schlugen ihm die Nägel durch Hände und Füße, so seinen nackten Leib am Kreuze befestigend.

Also hing er mit seinem blutigen, zerfleischten Leib, das Haupt gereckt in Qualen, ein Mensch von Menschen geboren, leidend und sterbend...

Als er aber ihr Geschrei vernahm, da erwachte in ihm der Grimm und der Zorn Zebaoths, der einst das Wort gesetzt: „Auge um Auge und Zahn um Zahn!“ Er aber sprach mit der Macht und der Kraft des Vaters gegen den Zorn des Vatergottes in sich zu Ihm Selbst und bat:

„Vater, vergieb Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun!“


Und die Gluten des Tages stiegen; das öde Kalkgestein brannte unter ihren Füßen; aber sie blieben, seinen Tod zu erwarten.

Rings in weißflimmernder Hitze weitete sich das Gelände, in weißblauen wellenden Dunst gehüllt die Hügel und Höhen und Thalsenkungen, die Felder in ihrer Reife, die Olivenwaldungen und Palmenhaine. Unten gegen den Fuß des Berges aber, weit im Bogen, die weißblendenden Dächerwogen Jerusalems von den beiden mächtigen Massivs Moriah und Zion hernieder, die bronzedunkel gegen den stahlblauen Himmel glühten in der heißen Macht der syrischen Sonne.

Schlaff lagen die mächtigen Leiber der germanischen Söldner zu des Rabbi Füßen und würfelten um den Purpur, den sie seinen Schultern entnommen...