Hoffnungsvoll. Aber, lieber Bruder, laß mich vorangehen!
Christ. Nein, erlaube mir, vorauszugehen, damit, wenn uns irgendeine Gefahr droht, sie mich zuerst treffe; denn durch meine Schuld haben wir uns beide vom Weg entfernt.
Hoffnungsvoll. Nein, du sollst nicht vorangehen; denn weil dein Gemüt in Unruhe ist, so könnte es dich leicht wieder vom Weg abführen.
Kaum hatten sie versucht, den Rückweg anzutreten, da hörten sie zu ihrer Ermutigung eine Stimme, die ihnen zurief: „Richte dein Herz auf die gebahnte Straße; darauf du gewandelt hast, und kehre wieder um!“ (Jer. 31, 21.)
Indes war aber das Wasser sehr angewachsen, und der Weg wurde äußerst gefährlich. Ich dachte dabei: „Wieviel leichter ist es doch, den guten Weg zu verlassen, als ihn wieder zu erreichen!“
Gleichwohl wagten sie den Rückweg, aber es war schon so finster und die Flut schon so hoch, daß sie oft in der äußersten Lebensgefahr schwebten. Alle ihre Mühe, den Steg in der Nacht wieder zu erreichen, war umsonst. Endlich fanden sie einen kleinen Zufluchtsort, wo sie bis zum Tagesanbruch aushalten wollten, und da sie sehr ermüdet waren, wurden sie bald vom Schlaf übermannt.
Nicht weit von der Stelle, wo sie lagen, war eine Burg, Zweifelsburg genannt, die der Riese Verzweiflung bewohnte, auf dessen Grund und Boden die Pilgrime jetzt schliefen. Am frühen Morgen erhob sich der Riese, um nach seiner Gewohnheit sein Gebiet zu durchstreifen, und bald gewahrte er die schlafenden Fremden.
Mit grimmiger und barscher Stimme hieß er sie aufstehen und fragte sie: „Wer seid ihr, und was habt ihr hier zu tun?“
Zitternd schlugen sie ihre Augen auf. „Wir sind Pilgrime,“ sagten sie, „und haben den Weg verloren.“
„Ihr habt euch an mir vergangen, rief der Riese; denn mein Gebiet habt ihr betreten, mit mir müßt ihr nun gehen!“