Die Hirten antworteten: „Habt ihr nicht ein wenig vor diesen Bergen einen Steg gesehen, der links vom Weg auf eine Wiese hinüberführt?“
Sie erwiderten: „Ja!“
„Über diesen Steg,“ sagten die Hirten, „geht ein Fußpfad gerade nach der Zweifelsburg, wo der Riese Verzweiflung haust. Diese Blinden, die ihr zwischen den Gräbern umherirren seht, sind Pilgrime gewesen wie ihr. Wo der Weg rauh wird, sind sie über den Steg gegangen und auf der Wiese in die Hände jenes Riesen gefallen, der sie eine Zeitlang in seinem Burgverlies gehalten, ihnen dann die Augen ausgestochen und sie an die Gräber geführt hat, zwischen denen sie bis auf diesen Tag umherirren. An ihnen ist das Wort des Weisen erfüllt: Ein Mensch, der vom Weg der Klugheit irrt, der wird bleiben in der Toten Gemeinde“ (Spr. 21, 16).
Mit Tränen in den Augen sahen Christ und Hoffnungsvoll einander an, ohne ein Wort zu den Hirten zu reden.
Die Hirten führten die Pilger in ein tiefes Tal, wo eine Tür zu bemerken war, die in das Innere des Berges zu führen schien. Kaum war die Tür geöffnet, so drang ein entsetzlicher Schwefelgeruch heraus. Von den Hirten dazu aufgefordert, sahen sie hinein, doch der Raum war finster und voller Rauch. Dazwischen hörten sie ein Getöse von prasselndem Feuer und ein Geschrei wie von Gequälten.
Darauf fragte Christ: „Was bedeutet denn dies?“
Die Hirten antworteten: „Dies ist ein Nebenweg zur Hölle, ein Weg, den die Heuchler zu gehen pflegen, namentlich, die ihre Erstgeburt verkaufen wie Esau; solche, die ihren Meister verraten wie Judas; solche, die das Evangelium lästern wie Alexander (1. Tim. 1, 20), und solche, die sich der Lüge und Verstellung ergeben wie Ananias und Saphira“ (Apostelg. 5, 1-11).
„Seid willkommen auf den lieblichen Bergen!“ ([S. 145.])
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