Christ. Da wird kein Leid noch Geschrei noch Schmerz mehr sein, denn der König dieses Ortes wird abwischen alle Tränen von unsern Augen (Offenb. 21, 4).
Willig. Und was werden wir allda für Gesellschaft finden?
Christ. Wir werden dort umgeben sein von den Seraphim und Cherubim, so herrlichen Geschöpfen, bei deren Anblick unsre Augen wie geblendet sein werden. Auch werden wir dort zusammenkommen mit Tausenden und aber Tausenden, die alle vor uns zu diesem Ort eingegangen sind. Da ist keiner unter ihnen, der noch Übels tut, sondern alle gehen einher in Liebe und Heiligkeit; sie wandeln im Lichte des Angesichtes Gottes und stehen in Seiner Gegenwart, Seines ewigen Wohlgefallens sich erfreuend. Mit einem Wort: Dort werden wir schauen die Ältesten mit ihren goldenen Kronen (Offenb. 4, 4), die reinen Jungfrauen mit ihren goldenen Harfen (Offenb. 14, 1-5), all die Märtyrer, die aus Liebe zu dem Herrn jenes Ortes und um der Wahrheit willen sich von der Welt entzweisägen, auf dem Scheiterhaufen verbrennen, von wilden Tieren zerreißen und in die Tiefe des Meeres werfen ließen (Hebr. 11, 33-40) — nun sind sie alle glückselig und überkleidet mit Unsterblichkeit gleichwie mit einem Gewand (2. Kor. 5, 2-4).
Willig. Man wird schon entzückt, wenn man von diesen Dingen nur hört; allein, wenn man diese Herrlichkeiten wirklich erlangen kann, wie können wir ihrer teilhaftig werden?
Christ. Das hat der Herr, der Herrscher dieses Landes, in diesem Buch gesagt; und wenn wir wahrhaftig danach Verlangen tragen, so wird uns das alles aus Gnaden und umsonst zuteil werden[22].
Willig. Ich freue mich, mein lieber Reisegefährte, von alledem zu hören; komm, wir wollen unsre Schritte beschleunigen!
Christ. Ich kann nicht so rasch gehen, wie ich wohl möchte, denn die Last, die ich auf dem Rücken habe, hindert mich daran.
Hierauf sah ich in meinem Traum, daß, nachdem sie miteinander zu reden aufgehört, sie zu einem morastigen Sumpf kamen, der mitten in der Ebene war, und wie sie beide, da sie darauf nicht achthatten, plötzlich hineinfielen. Der Name des Sumpfes war Verzagtheit. Nachdem sie nun eine Weile darin umhergewatet und vom Schlamm schon über und über beschmutzt waren, fing Christ an, wegen seiner Last auf dem Rücken zu versinken.
„Ach, Nachbar Christ,“ rief Willig, „wo bist du denn nun?“
Christ erwiderte: „Wahrlich, ich weiß es nicht!“