Atheist. Auch ich habe in meinem Vaterland von dieser Stadt gehört, ich habe mich aufgemacht, sie zu sehen, habe nun zwanzig Jahre lang gesucht und nichts gefunden[127].

Christ. Wir beide haben es nicht nur gehört, sondern es auch geglaubt, daß es eine solche Stadt gibt.

Atheist. Hätte ich es damals nicht auch geglaubt, ich wäre nicht so weit gegangen, um sie zu suchen. Wäre sie zu finden gewesen, ich hätte sie gefunden, denn ich bin weiter gekommen als ihr. Da ich aber nichts fand, kehrte ich wieder um und will nun lieber das Leben genießen, als mich eitler Hoffnungen zu getrösten.

„Sollte es wohl wahr sein, was dieser Mann sagt?“ sprach Christ, indem er sich zu seinem Gefährten wandte.

„Hüte dich,“ antwortete Hoffnungsvoll, „dies ist ein Verführer. Wieviel hat es uns schon gekostet, daß wir einem solchen Menschen Gehör gaben! Wie? es sollte keine himmlische Stadt geben? Haben wir nicht von den lieblichen Bergen aus schon ihre Tore erblickt? Sollten wir nicht auch jetzt im Glauben wandeln[128]? Laß uns vorwärts gehen, sonst möchte der Mann mit der Geißel wieder über uns kommen. Du hättest mir die Ermahnung geben sollen, die ich dir jetzt zurufen muß: Laß ab, mein Sohn, zu hören die Zucht, und doch abzuirren von vernünftiger Lehre (Spr. 19, 27). Ja, ich sage: Höre nicht auf den Verführer, mein Bruder, laß uns glauben, auf daß wir unsre Seelen erretten“ (Hebr. 10, 39).

Christ. Ich weiß es wohl, lieber Bruder, ich zweifelte nicht an der Wahrheit unsres Glaubens, ich wollte dich nur prüfen und mich über die Festigkeit deines Glaubens freuen. Dieser Mann ist verblendet von dem Gott dieser Welt[129]. Wir wollen gehen, denn wir erkennen die Wahrheit, und in der Wahrheit ist keine Lüge (1. Joh. 2, 21).

Hoffnungsvoll freute sich und sprach: „Wie wird uns sein, wenn wir die Herrlichkeit Gottes sehen!“

Sie wandten sich also von diesem Mann ab, der ihrer lachte und seines Weges ging.

Bald darauf kamen die Pilger in eine gewisse Gegend, wo die Schwere der Luft den Wanderer matt und schläfrig macht. Hoffnungsvoll fühlte sich denn auch hier auf einmal so dumpf und träge, daß er seine Augen kaum noch offen halten konnte. „Laß uns hier ein wenig schlummern,“ sagte er zu seinem Gefährten.

„Nicht einen Augenblick,“ versetzte jener, „wir möchten sonst schlafen, um nie wieder aufzuwachen.“