Christ. Nun, wie denkst denn du in dieser Sache?
Unwissend. Ich glaube so gut wie du an Christus und hoffe durch den Glauben an Ihn selig zu werden.
Christ. O wie kannst du an Christus glauben, da du dich für so vortrefflich hältst? Nur ein geängsteter Geist, nur ein zerschlagenes Herz sucht den Erlöser und findet Ihn; nur Sünder macht der Heiland selig; du aber hast den bodenlosen Abgrund deines verdorbenen Herzens nicht erkannt und ebensowenig, daß wir nur durch Christi Blut und Gerechtigkeit vor Gott bestehen können. Wie kannst du noch sagen, du glaubest an Christus?
Unwissend. Du kannst sagen, was du willst — mein Glaube ist rechtschaffen.
Christ. Wie lautet dein Glaubensbekenntnis?
Unwissend. Ich glaube, daß Christus für die Sünder gestorben ist und daß Gott in Ansehung meines Gehorsams gegen Sein Wort aus Gnaden mich rechtfertigen und vom Fluch erlösen wird. Oder mit andern Worten: Christus macht kraft Seines Verdienstes meine gottesdienstlichen Übungen vor Seinem himmlischen Vater angenehm, und so werde ich gerechtfertigt[140].
Christ. Erlaube mir eine Antwort auf dieses dein Glaubensbekenntnis:
1. Du hast einen eingebildeten Glauben, der mit Gottes Wort nicht im Einklang steht.
2. Dein Glaube ist falsch, weil er die Rechtfertigung durch die Gerechtigkeit Christi beiseitesetzt und sie deiner eigenen beimißt.
3. Nach diesem Glauben rechtfertigt Christus nicht deine Person, sondern deine Handlungen und deine Person nur um deiner Handlungen willen, und das ist grundfalsch.