Christ. Nun ja, das will ich gerne tun. Ich denke, zuweilen mag das wohl der Fall sein, daß sie ihre Sünden und deren Folgen erkennen; allein in ihrer Verblendung merken sie nicht, wie heilsam solche Erkenntnis ist, und deswegen suchen sie diese lästigen Gedanken von sich abzuschütteln und verharren, indem sie sich selbst schmeicheln, auf dem Weg, den sie nach eigenem Gutdünken erwählt haben.

Hoffnungsvoll. Hiervon bin ich gleichfalls überzeugt, daß diese Furcht dem Menschen heilsam ist und ihn antreibt, sich auf die Pilgerreise nach Zion zu begeben.

Christ. Ohne Zweifel hat jene Furcht, wenn sie rechter Art, diese Wirkung; denn also steht geschrieben: „Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang“ (Ps. 111, 10).

Hoffnungsvoll. Wie würdest du die rechte Furcht beschreiben?

Christ. Die wahre Furcht offenbart sich folgendermaßen:

1. Sie wird erzeugt durch heilsame Sündenerkenntnis.

2. Sie treibt die Seele an, den Heiland der Sünder zu suchen und zu erfassen.

3. Sie erweckt und unterhält in der Seele eine tiefe Ehrfurcht vor Gott, Seinem Wort und Seinen Wegen; sie macht das Gewissen zart und behutsam, weder zur Rechten noch zur Linken zu weichen, und läßt nicht zu, daß wir etwas tun, was Gottes Namen verunehren, den innern Frieden stören, den Geist betrüben oder den Feinden Anlaß zum Lästern geben könnte.

Hoffnungsvoll. Ganz recht. Ich glaube, daß du die Wahrheit sagst. — Was meinst du, sind wir nun bald über den bezauberten Grund hinweg?

Christ. Warum fragst du? Bist du etwa dieses Gesprächs müde?