Als sie dann erwachten, sah ich, daß sie sich anschickten, zur Stadt hinaufzugehen; allein der Widerschein der Sonne auf der Stadt war so blendend (denn sie war von lauterm Gold, Offenb. 21, 18), daß sie dieselbe nicht mit bloßen Augen anschauen konnten, sondern nur durch ein dunkles Glas, welches sie dazu vorfanden[142].
Indem sie weiterwanderten, begegneten ihnen zwei Männer, deren Angesicht leuchtete wie Sonnenglanz, und ihr Gewand strahlte wie lauteres Gold. Diese fragten die Pilger nach ihrer Heimat, über ihre Pilgerreise, wo sie unterwegs gerastet, welche Beschwerden und Gefahren ihnen begegnet und was für Tröstungen und Freuden ihnen zuteil geworden seien. Nachdem sie diese Fragen beantwortet hatten, sprachen die Männer zu ihnen: „Nur zwei Hindernisse noch, und ihr seid in der himmlischen Stadt!“
„Möchtet ihr doch bei uns bleiben!“ baten die Pilger.
„Wir werden euch geleiten,“ erwiderten die Männer, „aber nur durch euren eigenen Glauben könnt ihr überwinden.“
Ich sah nun, daß sie miteinander fortwanderten und der Stadt immer näher kamen, als sie mit Bestürzung einen breiten Strom vor sich erblickten, der sie noch von der Stadt des Friedens trennte. Der Weg führte gerade auf den Strom zu, ohne daß man irgendeine Spur von einer Brücke bemerken konnte; und der Strom war tief.
„Hier müßt ihr hindurch,“ sprachen die Männer, „oder ihr könnt nicht zur himmlischen Pforte gelangen.“
„Gibt es aber nicht noch einen andern Weg zur Pforte?“ fragten die Pilger.
„Für euch gibt es durchaus keinen andern Weg. Henoch und Elia sind die einzigen seit Grundlegung der Welt, denen ein andrer Pfad geöffnet wurde, und bis zum Schall der letzten Posaune wird es keinem andern mehr vergönnt sein, diesen Pfad zu gehen.“
Darüber wurden die Pilger, besonders Christ, sehr entmutigt und blickten bald hierhin, bald dorthin; allein sie konnten keinen Ausweg finden, um diesen Strom zu umgehen.
„Ist denn das Wasser an allen Stellen gleich tief?“ fragten sie die Männer.