„Mein Bruder,“ tröstete Hoffnungsvoll, „ich sehe die Pforte schon!“ ([S. 184.])


GRÖSSERES BILD

Hier standen bereits jene beiden Männer in glänzendem Gewand, die ihrer warteten und sie freundlich begrüßten. „Wir sind dienstbare Geister,“ sagten sie, „ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit“ (Hebr. 1, 14). Und sie wandten sich miteinander der Pforte zu.

Nun lag aber die Stadt auf einem sehr hohen Berg; doch an der Seite der beiden Männer, die die Pilger am Arm führten, kamen sie ohne Mühe hinauf. Auch hatten sie das Gewand der Sterblichkeit im Fluß abgestreift; denn ob sie schon damit angetan hineingegangen waren, kamen sie doch ohne dasselbe heraus. So ging es leicht und schnell aufwärts, wiewohl der Grund, auf dem die Stadt gebaut stand, höher war als die Wolken. Unter lieblichen Gesprächen schwebten sie durch die Luftregionen empor, voll Freude darüber, daß sie so glücklich durch den Strom gekommen waren und daß so herrliche Begleiter zu ihrem Dienst bereit waren.

Die Glänzenden sprachen mit ihnen von der himmlischen Stadt, ihrer unbeschreiblichen Schönheit und Pracht. „Nun,“ sagten sie, „kommt ihr zu dem Berg Zion, zu dem himmlischen Jerusalem und zu der Menge vieler tausend Engel und zu den Geistern der vollendeten Gerechten (Hebr. 12, 22-24). Ihr werdet eingehen in das Paradies Gottes, den Baum des Lebens werdet ihr sehen und essen von seinen unvergänglichen Früchten (Offenb. 2, 7). Ihr werdet wandeln in weißen Kleidern (Offenb. 3, 4), ihr werdet den König sehen (Offenb. 22, 4) und bei Ihm wohnen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Was euch auf Erden bedrückte, wird nicht mehr sein, weder Trübsal noch Schmerz, weder Krankheit noch Tod; denn das Alte ist vergangen (Offenb. 21, 4). Ihr werdet die Patriarchen sehen: Abraham, Isaak und Jakob, die Propheten und die Gerechten, welche Gott weggerafft vor dem zukünftigen Unglück, die nun in Wohnungen des Friedens ruhen[143].“

„Und was haben wir an diesem heiligen Ort zu tun?“ fragten die Pilger.

„Da habt ihr den Lohn zu empfangen für alle eure Arbeit, Freude für alle eure Betrübnis. Da sollt ihr ernten, was ihr gesät habt, nämlich die Frucht all eurer Gebete und Tränen, die Frucht aller Trübsale, die ihr aus Liebe zu dem himmlischen König auf dem Weg erduldet habt[144]. Mit goldenen Kronen geschmückt, werdet ihr euch freuen in dem Anschauen des dreimalheiligen Gottes, denn Ihr werdet ihn sehen, wie Er ist (1. Joh. 3, 2). Ihr werdet Ihm Tag und Nacht dienen und Ihm ohne Unterlaß danksagen und Lob und Ehre darbringen, wonach ihr euch so oft gesehnt habt in den Tagen eurer Wallfahrt. Eure Augen werden Ihn schauen, eure Ohren die freundliche Stimme des Allmächtigen hören. Da werdet ihr eure Lieben, die euch dahin vorangegangen, wieder finden und mit Freuden die Brüder empfangen, die nach euch an diesen Ort gelangen. Wenn der König der Ehren zur Erde hinabfährt auf den Fittichen des Windes, wenn die letzte Posaune ertönt, dann werdet ihr mit Ihm erscheinen in himmlischer Herrlichkeit und an dem großen Tag des Gerichts zu Seiner Seite stehen; ja, wenn Er richten wird alle die Ungerechten, es seien Engel oder Menschen, sollt auch ihr eine Stimme im Gericht haben, weil sie Seine und eure Feinde gewesen sind[145]. Unter Posaunenschall werdet ihr dann mit Ihm einziehen in die himmlische Stadt und bei dem Herrn sein allezeit.“

Unter diesen Gesprächen hatten sie sich der Pforte genähert, und hier wurden sie von einem himmlischen Heer empfangen.

„Das sind,“ so sagte einer der Engel, „Menschen, die ihren Herrn geliebt haben in der Welt und alles verlassen um Seines heiligen Namens willen; und Er hat uns ausgesandt, sie einzuholen, und nun haben wir sie an das ersehnte Ziel ihrer Reise gebracht, daß sie eingehen können und anschauen das Antlitz ihres Erlösers mit Freuden.“