Der Mann mit der Kehrichtharke, der nur nach unten sehen konnte ([S. 222.]).
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GRÖSSERES BILD
Nachdem die Pilger ein Weilchen geruht hatten, und während das Abendbrot für sie bereitet wurde, führte der Ausleger sie durch seine Unterweisungszimmer, wo er ihnen all das zeigte, was Christ vorzeiten sehen durfte. Hier sahen sie also den Mann im Käfig, den Mann mit dem Traum, den Mann, der sich durch all seine Feinde hindurchschlug, und das Bild des Größten unter allen samt den übrigen Dingen, die für Christ so lehrreich gewesen waren. Als sie alles dies geschaut und in ihre Herzen gefaßt hatten, nahm der Ausleger sie abermals beiseite und brachte sie in ein Zimmer, in welchem ein Mann war, der nur nach unten sehen konnte und eine Kehrichtharke in seiner Hand hatte. Über seinem Haupt hielt einer eine himmlische Krone, die ihm für seine Harke angeboten wurde. Der Mann aber sah weder empor noch achtete er darauf, sondern scharrte sich nur die Strohhalme, die Holzstücke und was sonst auf dem Boden lag, zusammen.
Christin sprach: „Ich glaube zu verstehen, was dies zu bedeuten hat. Es ist das Bild eines Menschen dieser Welt. Ist’s nicht so, lieber Herr?“
„Du hast recht gesagt,“ antwortete der Ausleger. „Und diese Kehrichtharke deutet seinen fleischlichen Sinn an. Daß der Mann von seiner Arbeit so ganz und gar hingenommen ist, ohne sich auch nur nach der angebotenen Krone umzusehen, soll anzeigen, daß der Himmel für manche nur eine Fabel ist und daß sie nur die Dinge hienieden für etwas Wesentliches und Wirkliches halten. Wie du ferner siehst, daß der Mann bloß niederwärts blicken kann, so soll es dich lehren, daß die irdischen Dinge, wenn sie eines Menschen Gemüt mit Macht eingenommen haben, das Herz gänzlich von Gott abziehen.“
„O,“ rief Christin aus, „erlöse mich von dieser Kehrichtharke!“
Ausleger. Ja, in der gegenwärtigen Zeit ist man ganz davon abgekommen, Gott zu bitten: „Reichtum gib mir nicht!“ (Spr. 30, 8.) Unter zehntausend ist es das Gebet von kaum einem. Stroh, Holz und Kot sind die großen Dinge, nach denen jetzt die meisten trachten.
Darüber weinten Christin und Barmherzig und sprachen: „Ach, das ist leider nur allzu wahr!“
Hierauf brachte der Ausleger seine Gäste in das allerbeste Zimmer des Hauses, und es war wirklich ein prächtiges Gemach. Er hieß sie dann rund umher schauen und sehen, ob ihnen irgend etwas in die Augen fallen würde, das ihnen zur Belehrung dienen könnte. Sie wandten ihre Blicke nach allen Seiten, konnten jedoch nichts Besonderes wahrnehmen.
Da sprach Barmherzig: „Herr, ich sehe nichts.“ Christin aber schwieg still.