So jemand glücklich leben will, der hole sich seinen letzten Tag herbei und erwähle ihn zu seinem ständigen Begleiter.
Wenn die Welt, welche Gott geringachtet, von den Menschen so hoch geschätzt wird, was muß der Himmel erst sein, den Gott anpreist!
Wenn dieses Leben, das mit so vielen Trübsalen untermischt ist, doch so ungern verlassen wird, was muß das Leben da droben sein?
Ein jeder erhebt lautes Lob über die Güte, die Menschen ihm erweisen; aber wer ist so von der Güte Gottes durchdrungen, wie es sein sollte?
Wir setzen uns selten zur Mahlzeit, ohne zu essen und noch übrigzulassen; also ist in Jesus Christus mehr Verdienst und Gerechtigkeit, als die ganze Welt bedarf.“
Nachdem der Ausleger diese Rede vollendet hatte, nahm er die Pilger wieder mit sich hinaus in den Garten und führte sie zu einem Baum, der inwendig ganz hohl und verfault war, dennoch aber wuchs und Blätter hatte. „Was bedeutet dies?“ fragte Barmherzig. „Dieser Baum,“ antwortete er, „dessen Auswendiges schön, der inwendig aber faul ist, stellt ein Bild dar, womit manche, die in Gottes Garten sind, verglichen werden können. Mit dem Mund preisen sie Gott hoch, aber in der Tat wollen sie nichts für Ihn tun; ihre Blätter sehen schön aus, aber ihr Herz taugt zu nichts als zu Zunder für des Teufels Feuerzeug.“
Nun war das Abendessen bereitet, der Tisch gedeckt und die Speisen aufgetragen. Sie setzten sich nieder, und nachdem einer gedankt hatte, fingen sie an zu essen. Und da der Ausleger seine Gäste bei Tisch mit Musik zu unterhalten pflegte, so spielten auch jetzt seine Spielleute. Es war auch einer da, der sang mit sehr schöner Stimme. Sein Lied lautete also:
Der Herr ist mein getreuer Hirt,
Mir wird kein Gutes fehlen;
Der Hüter, der nicht schläft noch irrt,