Etliche der Hausgenossen aber sprachen: „Zuvor müßt ihr noch etwas Speise zu euch nehmen!“ Denn sie hatten ein Lamm für sie bereitet mit allem, was dazu gehört[184]. Der Pförtner hatte nämlich vorher von ihrem Kommen gehört und es im Haus gemeldet.

Nachdem sie gegessen und Gott für diese Gaben gedankt hatten, beschlossen sie den Abend mit einem Loblied, worauf sie nochmals baten, sich nun zur Ruhe begeben zu dürfen. „Wenn es uns gestattet ist, selbst zu wählen,“ sagte Christin, „so laßt uns in dem Zimmer schlafen, welches mein Mann seinerzeit innehatte.“ Also wurden Christin und Barmherzig hinauf in die Kammer des Friedens gebracht. Vor dem Einschlafen entspann sich unter ihnen noch folgendes Gespräch:

Christin. Wie wenig dachte ich daran, als mein Mann die Pilgerreise antrat, daß ich ihm je nachfolgen würde!

Barmherzig. Und noch weniger, daß du in demselben Bett und Zimmer schlafen würdest.

Christin. Und am allerwenigsten hätte ich gedacht, daß ich noch je sein Angesicht mit Freuden wiedersehen und mit ihm zugleich den Herrn, den König, anbeten würde, wie ich jetzt glaube, daß es geschehen wird.

Barmherzig. Horch, was ist denn das für ein Geräusch?

Christin. Ja, mich dünkt, es sind Töne von Musik, aus Freude darüber, daß wir hier sind.

Barmherzig. Wie wunderbar! Musik im Hause, Musik im Herzen und Musik auch im Himmel vor Freude, daß wir hier sind!

So redeten sie noch eine Weile miteinander, und darob schliefen sie ein. Als sie am Morgen aufwachten, sagte Christin zu Barmherzig: „Was war dir, daß du diese Nacht lachtest; du hast wohl geträumt?“

Barmherzig. Ja, ich hatte einen lieblichen Traum; aber bist du dessen gewiß, daß ich gelacht habe?