Christin verlangte nun für sich und ihre Kinder nach einer Herberge, denn sie waren alle sehr müde. Da sagte Redlich: „Dort ein wenig vor uns liegt eine solche, in der ein sehr trefflicher Jünger, namens Gajus, wohnt“ (Röm. 16, 23). So beschlossen sie, dort einzukehren, und das um so lieber, weil der alte Redlich ihm ein so gutes Zeugnis gab.

Bei der Herberge angekommen, traten sie alsbald ein, ohne anzuklopfen, wie man dies ja an der Tür eines Gasthauses nicht zu tun pflegt. Sie fragten nach dem Herrn des Hauses. Dieser kam, und sie erkundigten sich, ob sie die Nacht über hier bleiben könnten.

Gajus. Ja, wenn ihr redliche Leute seid, denn mein Haus ist nur für Pilger: Kommt, ich will euch gleich die Zimmer zeigen.

Es herrschte nun unter ihnen große Freude, als sie vernahmen, daß der Wirt ein Freund der Pilger sei.

Mutherz. Was hast du zum Abendessen, lieber Gajus? Diese Pilger sind heute weit gereist und sehr müde.

Gajus. Es ist schon spät, deshalb können wir nicht mehr nach Speise ausgehen; wenn ihr aber mit dem, das da ist, fürlieb nehmen wollt, so seid ihr willkommen.

Mutherz. Wir sind zufrieden mit dem, was du im Hause hast; denn soweit ich dich erprobt habe, fehlt es bei dir nie am Nötigen.

Hierauf lief der Wirt hinunter in die Küche und gab dem Koch die Anweisung, für soviel Pilger ein Abendessen zu bereiten. Dann kam er wieder herauf und sprach zu seinen Gästen: „Ihr seid mir, liebe Freunde, herzlich willkommen; es ist mir eine Freude, euch in meinem Hause aufzunehmen. Wenn es euch gefällt, so laßt uns, bis das Essen fertig ist, ein nützliches Gespräch miteinander führen.“ Dazu waren sie alle gern bereit.

Gajus. Wessen Gattin ist diese Frau, und wessen Tochter ist diese Jungfrau?