Nur Mut, nur Mut! es geht der Heimat zu,
Wir singen schon von ihrer sel’gen Ruh’.
Hier sind wir nur ein fremd Geschlecht,
Im Himmel, da ist unser Bürgerrecht:
Wird fremd und immer fremder uns die Welt,
Das Bild der Heimat unsern Blick erhellt.
Sie waren noch nicht weit gegangen, als Mutherz sie daran erinnerte, daß in dieser Gegend es war, wo Christ mit Abtrünnig aus der Stadt Abfall zusammentraf, der das Malzeichen seiner Abtrünnigkeit auf dem Rücken trug. „Das war ein Mensch,“ fuhr der Führer fort, „der, nachdem er einmal die abschüssige Bahn betreten hatte, auf kein Zureden mehr hören wollte. Bei dem Kreuz und Grab hieß ihn jemand aufsehen; aber auf den Boden stampfend und zähneknirschend wandte er sich ab und lief seiner Stadt zu. Ehe er zur Pforte kam, begegnete ihm der Evangelist, der sich erbot, ihm Handreichung zu tun, um ihn wieder auf den rechten Weg zu bringen; aber Abtrünnig widersetzte sich ihm, und nachdem er ihn mit Schmähungen überhäuft, entkam er über die Mauer und entging also seinen Händen.“
An der Stelle, wo Kleinglaube vormals ausgeplündert worden war, trafen sie einen Mann mit einem bloßen Schwert, und sein Angesicht war mit Blut bespritzt. „Wer bist du?“ fragte ihn Mutherz. Er antwortete: „Ich bin ein Pilger, der gen Zion reist; mein Name ist Kämpfer-für-die-Wahrheit. Während ich also des Weges ging, da umringten mich plötzlich drei Männer und forderten von mir, daß ich mich entweder ihnen anschließe oder sogleich den Rückweg antrete, wenn nicht, müsse ich auf der Stelle mein Leben lassen. Ich sagte ihnen, ich sei mein Leben lang ein ehrlicher Mann gewesen, und sie könnten deshalb nimmermehr erwarten, daß ich mit Dieben gemeinschaftliche Sache mache (Spr. 1, 10-16). Weiter erklärte ich ihnen, daß, da ich naturgemäß meine Vaterstadt nicht ohne triftigen Grund verlassen hätte, ich ebensowenig von meinem jetzigen Weg abzubringen sei. Was mein Leben anbetreffe, tat ich ihnen ferner zu wissen, so sei dasselbe viel zu teuer erkauft (1. Kor. 6, 20), als daß ich es so leicht wegwerfen sollte. Zudem stehe es ihnen keineswegs zu, mich vor eine solche Wahl zu stellen, es geschehe daher auf ihre Gefahr, wenn sie es mit mir aufzunehmen gedächten. Diese drei Kerle — sie hießen Hitzkopf, Unbesonnen und Naseweis — drangen nun auf mich ein; ich aber zog mein Schwert. So fochten wir, einer gegen drei, wohl gegen drei Stunden lang. Sie haben mir, wie ihr seht, einige Denkzeichen ihres Mutes hinterlassen; sie haben jedoch auch ein Andenken von mir mitgenommen. Sie sind eben erst davongegangen; ich vermute, sie haben, wie man zu sagen pflegt, Wind von eurer Ankunft bekommen und sich deshalb aus dem Staub gemacht.“
Mutherz. Aber das war ein ungleicher Kampf, drei wider einen!
Kämpfer. Allerdings; aber was sind wenig oder viele für den, der die Wahrheit auf seiner Seite hat? „Wenn sich schon ein Heer wider mich legt,“ hat einer gesagt, „so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht; wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich auf Ihn“ (Ps. 27, 3). Auch habe ich in alten Urkunden gelesen, daß einer es mit einem ganzen Heer aufgenommen hat, und wie viele hat Simson mit einem Eselskinnbacken getötet? (Richt. 15, 15. 16.)