Kämpfer. Ich bin im Finsterland geboren, wo auch meine Eltern noch leben.

Mutherz. Finsterland? Liegt das nicht auf derselben Küste wie die Stadt Verderben?

Kämpfer. Ja, da liegt’s. Was mich bewog, den Pilgerstab in die Hand zu nehmen, war dies: Ein gewisser Herr Wahrhaftig kam in unsre Gegend und erzählte manches von Christs Pilgerreise: wie er, Frau und Kinder verlassend, aus der Stadt Verderben auszog; wie er eine Schlange tötete, die ihm auf dem Weg widerstand, und schließlich sein Ziel erreichte. Auch ward erzählt, welche ehrenvolle Aufnahme er in allen Herbergen seines Herrn und besonders an der himmlischen Pforte fand. Dort soll er unter Posaunenschall und Glockengeläute von einer Schar Glänzender empfangen worden sein, nachdem man ihn in goldene Gewänder gekleidet (Ps. 45, 14-16) — und noch vieles andre, was ich nicht alles wiederholen kann. Kurz, jener Mann gab von Christs Geschichte und seiner Reise eine solch lebendige Schilderung, daß mein Herz wie von Feuer brannte, ihm eiligst nachzuwandern; weder Vater noch Mutter konnten mich davon abhalten. So machte ich mich auf den Weg und bin nun bis hierher gekommen.

Mutherz. Du bist doch auch durch die enge Pforte gekommen, nicht wahr?

Kämpfer. Ja freilich, denn Herr Wahrhaftig sagte uns, daß alles vergeblich wäre, wenn wir nicht durch die Pforte eingingen auf diesen Weg (Joh. 10, 1).

„Siehst du,“ sprach der Führer zu Christin, „die Pilgerreise deines Mannes und sein erlangter Lohn ist weit und breit bekannt geworden!“

Kämpfer. Was? ist das Christs Frau?

Mutherz. Ja, sie ist’s, und dies hier sind seine vier Söhne.

Kämpfer. Wie? und sie sind alle auch auf der Pilgerfahrt?

Mutherz. Ja, sie folgen ihm nach.