Gutwillig. Ist dir niemand von ihnen nachgelaufen, dich zur Umkehr zu überreden?
Christ. Störrig und Willig holten mich allerdings ein; als sie aber sahen, daß sie nichts bei mir ausrichten konnten, kehrte Störrig spottend wieder um, während Willig noch eine kleine Strecke mit mir ging.
Gutwillig. Warum ist er den Weg nicht weiter mit dir gezogen?
Christ. Wir kamen miteinander bis an den Sumpf Verzagtheit, in den wir beide fielen; darüber verlor Nachbar Willig gänzlich den Mut, daß er es mit mir nicht weiter wagen wollte. Deshalb arbeitete er sich an der Seite, die nach seinem Hause zuging, heraus und sagte zu mir, ich möge seinetwegen das herrliche Land nur allein in Besitz nehmen; also ging er seines und ich ging meines Weges, er seinem Nachbar Störrig nach, ich zu dieser Pforte.
„Ach, der arme Mann!“ sprach Gutwillig, „achtete er die himmlische Herrlichkeit so gering, daß er, um sie zu erlangen, nicht wert hält, einige Beschwerden auf sich zu nehmen?“
Christ an der Pforte ([S. 43.]).
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GRÖSSERES BILD
„Wahrlich,“ sagte Christ, „ich habe, was Willig betrifft, die Wahrheit gesagt, und wenn ich von mir die Wahrheit reden soll, so steht’s mit mir auch nicht besser. Es ist wahr, er kehrte nach seinem Hause zurück, ich aber bin zur Seite abgewichen auf den Weg des Todes. Und dazu ließ ich mich durch die sinnlichen Vorstellungen eines Herrn Weltklug bewegen.“
Gutwillig. O mit dem bist du zusammengetroffen? Der wollte dich ohne Zweifel zu bereden suchen, dich bei Herrn Gesetzlich nach Erleichterung umzusehen. Sie sind beide rechte Betrüger. Aber folgtest du denn seinem Rat?