„Was warst du denn ehemals?“ fragte Christ.

Der Mann antwortete: „Ich war ehemals in meinen und auch andrer Leute Augen ein eifriger Bekenner der Wahrheit; ich hielt mich würdig für die himmlische Stadt, die ich für meine wahre Heimat ansah.“

Christ fragte: „Und was bist du denn jetzt?“

„Jetzt bin ich,“ antwortete er, „ein Mann der Verzweiflung, in Verzweiflung gebannt, wie in diesen eisernen Käfig. Ich kann nicht hinaus, ach, ich kann nicht mehr hinaus!“

„Aber wie kamst du in diesen Zustand?“ fragte Christ.

Er antwortete: „Ich ließ nach zu wachen und zu beten, ich ließ meinen Begierden die Zügel schießen; ich sündigte gegen das Licht des Wortes und gegen Gottes Güte. Ich habe den Geist Gottes betrübt, und Er ist von mir gewichen; ich habe den Teufel herausgefordert, und er ist zu mir gekommen. Ich habe Gott zum Zorn gereizt, und Er hat mich verlassen; mein Herz ist verhärtet, und ich finde keinen Raum zur Buße.“

„Ist denn keine Hoffnung mehr für diesen Unglücklichen?“ fragte Christ, sich zu dem Ausleger wendend.

„Frage ihn selbst,“ entgegnete dieser, und Christ wandte sich an den Gefangenen: „Mußt du denn in diesem Käfig der Verzweiflung verschlossen bleiben? Ist für dich keine Hoffnung?“

„Für mich ist keine Hoffnung mehr,“ sagte der Gefangene.

„O,“ versetzte Christ, „der Sohn des Hochgelobten ist sehr barmherzig!“