Apollyon kam auf ihn zu, ein Ungeheuer, schauerlich anzusehen ([S. 79.]).
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GRÖSSERES BILD
Apollyon. Aber bedenke nur einmal bei kaltem Blut, was dir auf dem Wege noch alles begegnen kann. Es wird dir nicht unbekannt sein, daß Seine Diener meist ein schlimmes Ende nehmen, weil sie wider mich handeln und meine Wege verlassen[74]. Wie viele von ihnen sind schon eines schmählichen Todes gestorben! Du hältst es für besser, Ihm zu dienen als mir, und siehe, Er hat noch niemals Seine Stadt verlassen, um einen einzigen Seiner Diener aus meinen Händen zu erretten. Aber alle Welt weiß es, wie oft ich schon meine treuen Diener durch List oder Gewalt aus Seiner Hand befreit habe, und so will ich auch dich freimachen.
Christ. Wenn Er mit Seiner Hilfe eine Weile verzieht, tut Er es nur in der Absicht, die Liebe und Treue der Seinen zu prüfen. Was du ein schlimmes Ende nennst, das halten sie für eine besondere Gnade ihres Herrn; denn nach gegenwärtiger Erlösung verlangen sie nicht so sehr, sie warten einer himmlischen Verklärung, wenn der Herr kommen wird in Seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit Ihm[75].
Apollyon. Du bist Ihm ja in Seinem Dienst schon untreu gewesen, wie magst du nur auf Belohnung hoffen?
Christ. Worin, Apollyon, bin ich Ihm untreu gewesen?
Apollyon. Schon am Anfang deiner Reise bist du mutlos geworden und im Sumpf der Verzagtheit beinahe versunken. Du hast verkehrte Wege betreten, um deiner Bürde entledigt zu werden, da du doch ruhig die Hilfe deines Fürsten hättest erwarten sollen. Du bist in einen Sündenschlaf verfallen und hast das Köstlichste verloren, das du besaßest; du warest im Begriff umzukehren, da du die Löwen erblicktest; erzählst du von deiner Reise und all deinen Erfahrungen, so strebst du innerlich nur nach dem Lob der Menschen.
Christ. Dies alles ist wahr, und noch viel mehr, was dir entgangen ist; aber der König, den ich ehre und dem ich diene, ist gnädig, und es ist viel Vergebung bei Ihm. Überdies haben mich all diese Gebrechen schon in deinem Lande beherrscht, wo ich sie eingesogen habe; ich habe unter dieser Last geseufzt und geweint, und mein Herr hat mir Vergebung und Frieden geschenkt.
„Ich bin ein Feind dieses Königs,“ schrie der Satansengel in grimmiger Wut, „ich hasse Ihn, Seine Gesetze und Sein Volk; ich bin gekommen, mit dir zu kämpfen!“
Christ sagte: „Hüte dich, Apollyon, und siehe wohl zu, was du tust, denn ich bin auf des Königs Heerstraße und auf dem Weg der Heiligung, darum laß ab von mir!“