Getreu. Ja, er sei bis an den Sumpf der Verzagtheit mit dir gegangen. Man sagte, er sei auch hineingefallen, und obwohl er es leugnen wollte, glaube ich es doch, weil er von dem Schlamm noch ganz überzogen war.
Christ. Was sagten die Nachbarn zu ihm?
Getreu. Er ist seit seiner Rückkehr allen zum Gespött geworden und kann kaum noch Arbeit finden. Es steht jetzt siebenmal schlimmer um ihn, als wenn er nie aus der Stadt gegangen wäre.
Christ. Aber warum sind sie so sehr wider ihn, da ja auch sie den Weg verlästern, den er verlassen hat?
Getreu. O, sie sagen: „An den Galgen mit ihm; er ist ein Abtrünniger, er ist seinem Bekenntnis nicht treu geblieben!“ Und ich meine, Gott hat wohl selbst seine Feinde gegen ihn erweckt und ihn zum Sprichwort gemacht, weil er den Weg verlassen hat[84].
Christ. Hast du nie mit ihm gesprochen, ehe du weggingst?
Getreu. Ich bin ihm einmal auf der Straße begegnet; aber er sah, als schämte er sich vor mir, nach der entgegengesetzten Seite, und ich konnte ihn nicht sprechen.
Christ. Ich hatte anfangs gute Hoffnung für diesen Mann; aber nun fürchte ich, daß er bei dem Untergang der Stadt mit umkommen wird, denn es ist ihm widerfahren das wahre Sprichwort: „Der Hund frißt wieder, was er gespien hat, und die Sau wälzt sich nach der Schwemme wieder im Kot“ (2. Petr. 2, 22).
Getreu. Das fürchte ich auch, aber wer kann es hindern?
Christ. Lassen wir ihn, lieber Getreu! Sprechen wir nun lieber von dem, was uns selbst näher angeht. Erzähle mir doch, was dir auf dem Weg begegnet ist; denn ich bin überzeugt, daß dir mancherlei widerfahren, wo nicht, wär’s ein Wunder.