„Frage ihn doch,“ sagte Hoffnungsvoll, „seines Namens sollte er sich ja nicht schämen.“
„Du redest ja,“ sagte Christ, sich wieder zu jenem wendend, „wie einer, der klüger ist als die ganze Welt. Trügt mich nicht alles, so meine ich dich zu kennen; bist du nicht Herr Nebenwege aus Schönwort?“
Nebenwege. Dies ist nicht mein Name; allerdings werde ich spottweise von denen so genannt, die mich nicht leiden können; ich muß diese Schmach dulden wie viele gute Leute vor mir.
Christ. Hast du aber den Leuten nie Veranlassung gegeben, dich also zu heißen?
Nebenwege. Nein, niemals! Das einzige, was mir etwa einen solchen Schimpfnamen hätte zuziehen können, ist dies, daß ich so glücklich gewesen bin, in meinen Ansichten mit dem Geist der Zeit jedesmal übereinzustimmen, wodurch ich allerdings immer gewonnen habe. Was mir nun auf diese Weise zugefallen ist, sehe ich als einen Segen an; aber sicherlich sollten boshafte Menschen mich deswegen nicht mit Schmach belegen.
Christ. Dachte ich mir’s doch, daß du der Mann wärest, von dem ich habe reden hören; und, um dir meine Meinung offen zu gestehen, so fürchte ich, daß dieser Name bei dir mehr zutrifft, als du es wohl vor uns zugeben willst.
Nebenwege. Nun, bildest du dir dies ein, so kann ich nicht helfen; doch du wirst finden, daß ich ein guter Gefährte bin, willst du mich als solchen annehmen.
Christ. Wenn du mit uns gehen willst, mußt du gegen Wind und Wetter kämpfen, was, wie ich gemerkt, nicht deine Absicht ist. Du mußt dem Christentum ebenso treu bleiben, wenn es im Bettlergewand als wenn es in Silberpantoffeln einhergeht, und dich zu ihm halten, ob es in Ketten und Banden liegt oder ob die Menge des Volkes ihm auf der Straße zujauchzt.
Nebenwege. Du darfst mir nichts aufbürden und dich nicht zum Herrn aufwerfen über meinen Glauben. Laß mir meine Freiheit, und ich will mit euch gehen.
Christ. Nicht einen Schritt weiter, es sei denn, daß du unserm Beispiel folgst, wie ich es dir vorschlage.