Da ging er langsam an dem Ufer entlang und an der Seite der Umzäunung empor zu seinem Platze. Mechanisch kleidete er sich an, und seine Augen hatten wieder den starren, abwesenden Ausdruck. Er war wie zerschlagen. Er begriff noch nichts. Nichts, als das eine; daß er unterlegen war!—Mechanisch streifte er sich das breite Band der Ehrenmitgliedschaft der "Life Saving Society" um den Hals, die höchste Ehrung, die ihm je zuteil geworden war, und die einzige, die er neben den großen goldenen Medaillen seiner Europa-Meisterschaft an diesem bedeutungsvollen Tage angelegt hatte.
Er strich es noch unter dem Rock glatt, als Koepke in höchster
Aufregung heraufstürmte.
—Mensch, rief er ihm schon von weitem zu, was wartest du denn nicht!—Na, da unten geht es schön zu!… Aber was wollen sie denn machen!—Du warst es doch nun einmal…
Felder starrte ihn an. Der Kleine wiederholte nur immer in einem fort:—Großartig!—aber wirklich großartig!—Ah, was die sich ärgern dort unten, das ist ja ein Schauspiel für Götter!
Felder begriff noch immer nichts. Er packte ihn am Arme. Er wollte wenigstens wissen, gegen wen er unterlegen war.
—Wer hat gesiegt?—stieß er hervor.
—Wer gesiegt hat.?—schrie da der andere.—Wer gesiegt hat, fragt er, und ist es selbst!
Mit einem Ruck zog Felder die Jacke fest, fuhr mit der Hand durch die Haare und richtete sich auf. Mit einem Blicke übersah er, wie vorhin, das Bild zu seinen Füßen. Es hatte sich völlig geändert.
Vom Himmel fielen, jede Minute dichter, die ersten Tropfen, und ein Teil der Zuschauer hatte bereits die Plätze verlassen. Die übrigen schickten sich an, zu flüchten; die Frauen rafften ihre Kleider zusammen, und die Männer schlüpften in ihre Röcke. Nur dort unten beim Kampfplatz standen dicht zusammen die erregten Gruppen. Selbst von hier oben aus konnte man erkennen, daß etwas Außergewöhnliches geschehen sein mußte.
Langsam von seinem Freunde gefolgt, den Strohhut in der Hand, stieg
Felder den Abhang hinunter. Er war wie verwandelt. Er lächelte.