Seine ganze Familie hatte heute ausnahmsweise "nach Grünau hinausgemacht", um "einmal zu sehen, auf welche Weise er denn zu all diesen schönen Geschenken und den Medaillen käme". Franz hatte zuerst protestiert. Was fiel ihnen plötzlich ein?—Er wollte sie nicht da haben. Sie sollten ihre eigenen Wege gehen, wie er die seinen ging. Aber er konnte ihnen schließlich nicht verbieten, unter den Zuschauern zu sein und zuzusehen. So hatte er ihnen denn möglichst gute Plätze verschaffe und im benachbarten Restaurant einen großen Tisch am Wasser belegt. "Einen recht großen, denn es würden noch mehrere dabei sein", meinte sein Vater.

Jetzt kam ihm diese ganze Familiengeschichte gerade recht, um sich auf eine Stunde den anderen zu entziehen. Auch war er ganz zufrieden, daß die Seinen nun endlich einmal gesehen hatten, was aus ihm geworden war, wenn sie auch nicht viel davon verstanden. Denn mehr als je zerfielen für ihn die Menschen in die zwei Klassen: in die, die schwimmen konnten, und in die, die es nicht konnten…

Als er—die Brust bedeckt mit seinen Siegeszeichen—an den Tisch trat, fand er auch bereits seine Familie fast vollzählig vor: die Geschwister, verheiratete und unverheiratete, waren da, die Kinder der ersteren und andere Verwandte. Außerdem befreundete Familien, von denen er nur einzelne Mitglieder kannte—alle bunt durcheinander.

Man hatte ihm einen Ehrenplatz oben am Tische aufgehoben. Er sah sich flüchtig um. Zu seiner Linken saß ein junges Mädchen, das ihm fremd war, zur Rechten seine alte Mutter. Ein paar Plätze von ihm entfernt machte sich ein beleibter Herr mit einer mächtigen Bowle zu schaffen. Überall bekannte Gesichter.

Franz nickte seiner Mutter zu.

Mit einem schwachen und seltenen Versuch, zu scherzen (sein neuer
Sieg hatte ihm Mut gemacht) meinte er:

—Na, Mutter, heute ging es ja noch mal gut; aber das nächste Mal ertrinke ich dann sicher.—Die alte Frau glaubte nämlich noch immer, ihr Franz müsse eines schönen Tages seinen Tod im Wasser finden. Ins Wasser gehen bedeutete für sie, sich ganz unnötigerweise einer Gefahr aussetzen; und wenn sie in letzter Zeit auch begriff, weshalb ihr Sohn das tat—denn er brachte doch die schönen Preise nach Hause—so war sie doch immer noch nicht aller Sorge ledig. So antwortete sie denn nur:

—Wenn du auch schwimmen kannst, ertrinken kannst du doch!…

Man lachte sehr über ihre Antwort, und Franz lachte mit, obwohl er sich ein wenig über das Unverständnis der alten Frau ärgerte.

Da hörte er sich plötzlich von links her angesprochen: