Er hatte die höchste Höhe erreicht. Keine bewundernden Augen folgten seinem Aufstieg mehr.
Er stand oben, ganz allein, wie er es gewollt. Nun ging es in schwindelnder Höhe von Grat zu Grat, und wer ihm nachsah bei seiner hastigen Wanderung von Sieg zu Sieg, ohne Ausruhen, ohne Freude mehr, der konnte sich eines bangen Gefühles für ihn nicht erwehren.
Eines Tages würde er fallen in den Abgrund der Vergessenheit.
Felder selbst wußte es. Aber wie der tollkühne Wagehals, der in atemloser Hast von Gipfel zu Gipfel eilt und keinen Blick rückwärts mehr in die Tiefe zu tun wagt, weil er fürchtet, der Schwindel könne ihn ergreifen und niederreißen, so wollte auch er nicht mehr daran denken, woher er gekommen war, und nicht wissen, wohin er ging.
Statt in ruhiger Wahl sich die schönsten der Früchte von dem Baume zu pflücken und sie zu genießen, rüttelte er in unersättlicher Begierde an ihm und ließ sie zur Erde fallen, ohne sich kaum noch die Mühe zu geben, sie zu zählen.
Die stille Wut des Gehetzten überfiel ihn zuweilen, von dem man das Unmögliche verlangt und der doch über seine eigene Kraft nicht hinaus kann.
Und doch war er es ganz allein, der sich unaufhörlich antrieb mit den quälenden Zurufen seines Innern: "Weiter!—weiter!—Immer weiter!— Nur kein Stillstehen! "…
Er schwamm nicht mehr, wie bisher.
Er hatte keine Achtung mehr vor seiner eigenen Kunst, weil sie ihm nicht mehr die höchste Freude war.
Wie er angefangen, in seinen Gegnern seine Feinde zu sehen, so sah er einen Feind jetzt auch in seinem Wasser.