Aber während er sprach, hatte er vergessen, zu wem er sprach.
Als er geendet hatte und es merkte, verdroß es ihn. Seit so langer
Zeit war er gewohnt, zu sprechen, wie er wirklich dachte, so daß er
es verlernt hatte, seine Gedanken zu modeln nach dem Ohr seiner
Zuhörer.
Es hätte ihn nicht zu verdrießen brauchen. Denn er hatte zu tauben
Ohren gesprochen.
"Verzeih," sagte er—er glaubte, sehr lange gesprochen zu haben— "verzeih, daß ich so lange sprach. Ich möchte nicht mißverstanden werden in dem, was ich dir jetzt sagen muß."
Wieder zwang er sie, ohne es zu wollen, zu erröten. Er hatte bis jetzt kaum den Mund aufgetan, sie hatte unaufhörlich geplappert—: er bat sie um Entschuldigung.
Sie begann ihn zu hassen.
Verstanden hatte sie kaum etwas von dem, was er gesagt hatte. Sie hatte ihm fast so wenig zugehört, wie er ihr. Ihre Gedanken waren jetzt damit beschäftigt, wie sie ihn auf die beste Manier loswerden könne.
Für sie gab es keine bedeutenden und unbedeutenden Menschen. Für sie gab es nur Menschen, die ihr zuhörten. Und die Männer zumal! Von denen war sie ja gar nichts anderes gewohnt, als daß sie ihr zu Füßen lagen.
Daher beleidigten sie diese Ruhe und Sicherheit.
"Ach, ich bin sehr unglücklich!" rief sie und deckte mit den Händen die Augen. "Ich weiß nicht, was ich tun soll . . ."