Ebba war, leichenblaß, aufgefahren.
»Bleib ruhig. Es ist noch mal vorübergegangen. Und nie wieder — das verspreche ich dir — sie muß vernünftig sein — wir müssen uns einschränken — es ist immer noch genug, um anständig zu leben — aber sie — Thea — sie kann das Leben nicht so genießen, wie sie es wünscht —«
»Wir sind nicht zum Genießen auf der Welt, das hättest du deiner Frau längst beibringen sollen. Daran geht ihr modernen Menschen ja zu Grunde. An der Gier nach Geld und Genuß. Du und Thea, ihr habt in dieser eurer Gier eure Pflichten versäumt. Zweck des Daseins ist: Pflichterfüllung. Meinst du nicht, du hättest mehr für deine Frau und dein Kind getan, wenn du ihre Seelen und ihren Charakter gebildet hättest, statt sie mit kaltem Gold zu versehen?«
Schuldbewußt senkte er das Haupt. »Ich bin schwach gewesen, ich weiß es. Meine Inge! Ja, sie wird nicht erzogen. Und ich — ich kann mich nicht um sie kümmern — ich habe keine Zeit — ja, wenn man Zeit hätte —«
»Du wirst jetzt Zeit haben, Lukas. Du wirst dich zurückziehen, und ihr werdet von den Zinsen deines Kapitals leben können.«
»Ebba, — nachdem ich den — den Fehlbetrag gedeckt — besitze ich kein Vermögen mehr.«
»Ist alles gedeckt, Lukas? Sprichst du auch offen zu mir? Du weißt, ich helfe dir.«
»Alles.«
»Dann mußt du natürlich bleiben, aber du mußt deine anderen Tätigkeiten einschränken. Du darfst deine Nerven nicht ruinieren, du mußt dich deiner Tochter erhalten.«
»Aber Thea?«