»Du mußt mit ihr sprechen. Sie muß vernünftig werden.«

Er seufzte. »Du weißt nicht, wie oft ich sie schon gebeten habe, weniger Geldausgaben zu machen, nur auf kurze Zeit. Hätte sie es getan, wir wären nicht so weit gekommen. Sie kann es nicht, Ebba, sie kann nicht.«

»Sie muß. Sprich offen mit ihr, beschönige nichts. Du wirst sie an deiner Seite finden, Lukas, vielleicht findet ihr euch dadurch wieder zusammen. Sie wird einsehen, daß ein großes Teil der Schuld auf ihrer Seite ruht. Und das wird sie vernünftig machen.«

»Du siehst sehr rosig, Ebba. Ich glaube nicht an Theas Einsicht.«


Lukas war gegangen. Lotte Wunsch und Gehring saßen jetzt Ebba gegenüber. Man sprach von dem Künstlerfest.

»Ja, meine Gnädige, da haben sie das Resultat. Der Kultus des lieben ›Ich‹, die Predigten vom Rechte der Sinnlichkeit, hat viel Lebensverwirrung gezeitigt.«

Ebbas feines Gesicht verzog sich schmerzlich. »Mir scheint, als tanze man hier auf einem Vulkan, als müsse der Krater sich öffnen und Verderben speien. Als müßten rotglühende Flammen hervorschießen und alles mit sich reißen in Nacht und Grauen.«

Gehring sah sinnend vor sich nieder und erwiderte: »Wir leben in einer Zeit verächtlicher Gleichgültigkeit der Menschen untereinander. Die Menschen müssen wieder lernen, einander entgegenkommen, müssen aus der Oberflächlichkeit unseres heutigen Gesellschaftslebens zurückkehren zu einfachen Sitten.«

»Mir scheint, das hieße neue Menschen schaffen.«