»Nein,« sagte sie hart und laut, »nichts von Liebe fühle ich für ihn.«

* *
*

Der Beifall wollte nicht enden. Immer wieder mußte der berühmte Gast sich dankend verneigen, und immer von neuem tobte der Sturm. Gerda von Wangenheim saß mit Kurt Winkelmann in der Loge, sie saß wie betäubt. Sie vermochte es nicht, die Hände zu rühren. Das war Kunst — nein, mehr als das — ein Genie von Gottes Gnaden stand dort auf der Bühne. Sie lehnte sich zurück und schloß die Augen. Ihr Atem ging erregt.

Winkelmann neigte sich zu ihr und flüsterte: »Ich höre ihn nun zum vierten Male als Don Juan, und immer wieder ist man hingerissen von dem Gesang dieses Künstlers.«

Gerda sah auf. »Ich war in einer anderen Welt.« Sie streckte ihm die Hand entgegen. »Haben Sie Dank, daß Sie mir zu diesem Genuß verholfen.«

»Gnädiges Fräulein, ich bitte — keinen Dank. Ich bin glücklich, Ihnen dienen zu können, Sie können jederzeit über mich befehlen.«

»Bitte, keine Phrasen jetzt, Herr Winkelmann.«

»Ich spreche die Wahrheit. Meine Person, mein Vermögen steht Ihnen zur Verfügung.«

Ihre Augenbrauen zogen sich schmerzhaft zusammen. Ihre Lippen schürzten sich hochmütig.

»Glauben Sie, daß ich dessen bedarf?«