»Das habe ich heute nacht geträumt.«
»Hören Sie, Fräulein von Wangenheim. Sind Sie frei heute abend? Gernsheim schlägt vor, daß wir zusammenbleiben. Hier ganz in der Nähe ist eine nette, kleine Weinstube, wo wir gemütlich zu Abend essen können. Seien Sie fesch und machen Sie mit.«
Gerda zögerte.
»Ach, bitte, gnädiges Fräulein. Ist ja eine famose Idee. Bei dem Hundewetter kann man überhaupt nichts Gescheiteres tun,« pflichtete Reitzenstein bei. »Oder versäumen Sie etwas? Vielleicht eine andere Verabredung?« Und er sah sie bedeutungsvoll an.
»Das nicht — aber —«
»Kein Aber — wir bleiben zusammen,« bestimmte Thea. — — —
Sie waren sehr lustig gewesen. Sie hatten vorzüglich gegessen und reichlich dem Alkohol zugesprochen. Thea konnte sich nicht genug tun im Genuß, das Leben auf ihre Art zu nehmen. ›Genießen, genießen, Kinder, man lebt ja nur einmal!‹ Und selig, daß sie lebte und verstand, das Leben zu genießen, war sie mit Gernsheim zu neuem Genuß davongefahren.
»Wir können nicht zu Fuß gehen, gnädiges Fräulein,« sagte Reitzenstein, und half Gerda in das Auto.
Schweigend fuhren sie durch die Nacht. Gerda lehnte lässig in ihrer Ecke. In ihrem Körper war eine wohlige Wärme, ihre Stirn umfing ein leichter Nebel. Plötzlich sagte Sie: »Küssen Sie mich!«