»Das ist eine furchtbare Anklage.«

In ihr jubelte es.

Es wirkte. Er hatte sie verstanden.

Er trat auf sie zu, umschlang sie und sagte: »Armes Weib.« Sie setzten sich nieder und er bat: »Wie kamst du dazu?«

Und sie erzählte. Erzählte, wie durch jenes Vorkommnis ihr Leben und Fühlen ins Herz getroffen. Wie eine eiserne Kette sich um sie gelegt, fest und unlöslich, die sie einschnürte, jedes Liebesgefühl in ihr erdrückte, aber wie sie sich endlich durchgerungen, wie sie den Willen gefunden, sich zu befreien, und nun tatsächlich frei geworden sei, frei durch ihr Werk und durch ihn.

»Und nun will ich leben, durch dich, mit dir, ein Leben in Liebe,« schloß sie und schmiegte sich an ihn.

»Dein Leben gehört der Kunst — — Du bist eine große Künstlerin.« Er war aufgestanden und ging im Atelier auf und ab.

Sie sah ihn an. Erstaunt und dann voll Schrecken.

»Deine Kunst geht über deine Liebe.«

»Was sagst du?« Die Stimme versagte ihr, sie konnte nur flüstern. »Paul, weißt du nicht, daß ich dich liebe, wahr und wahrhaftig liebe?«