Er küßte sie. »Lieben sollt ihr schon, ihr gottbegnadeten Künstler, aber heiraten solltet ihr nicht!«

Da zuckte sie zusammen.

»Erschrick nicht. Ich — — ich kann das nicht — — mit dir nicht, Lotte — — du bist mir heilig — —«

Da wollte sie aufschreien: »So nimm mich doch — ich bin dir heilig — du stellst mich der gleich, die du zur Frau und Mutter begehrst — aber zur Ehe magst du mich nicht — aber so nimm mich doch!« — — Ins Gesicht hätte sie es ihm schreien mögen, aber sie brachte keinen Laut hervor. Fester nur krampften sich ihre Hände um seinen Nacken, und durstig senkten sich ihre Lippen auf die seinen.

Und er trank, trank von diesen dürstenden Lippen, preßte sie fest an sich und riß sich los. — — —


Armselig, verlassen, kam sie sich vor. Das Glück, das sie in Händen gehalten, — eine buntschillernde Seifenblase — aufgelöst in nichts!

Sie sprang auf. Nein, es konnte — konnte nicht sein.

Wie hatte er gesagt? ›Deine Kunst geht über deine Liebe.‹

Sie rang die Hände, und eine jammernde Qual stieg in ihr auf.