Ja, sie war Künstlerin — aber sie war auch Weib.

Ihr Gesicht verzerrte sich, und ihr Atem ging schwer.

»Weib,« stöhnte sie, »fieberndes, verlangendes Weib! Was soll mir die Kunst, wenn sie mich der Liebe beraubt?«

Mit drohend erhobener Faust schritt sie auf ihr Werk zu: »Oh, du, du — —«

Lüsterne Augen blickten ihr entgegen, schwellend geöffnete Lippen gierten nach den ihren, Arme tasteten und befühlten ihren Körper — — da sank sie laut schluchzend nieder und stammelte: »Gut, daß du gingst, du hast recht getan.«

Und die Schatten fielen, fielen auf das einsame Weib, das allein blieb mit seinem Werk, das ihr die Liebe gebracht und wieder geraubt.

* *
*

»Es ist schwer, Ebba, die Flammen zu ersticken, wenn sie schon so hell brannten.«

»Lotte, — ich glaube, er wird den Weg wieder zurückfinden.«

Lotte schüttelte den Kopf. »Das wird er nicht. Seit ich ruhiger geworden, sehe ich klarer. Er fürchtet, verdunkelt zu werden. Es ist dies vielleicht kleinlich gedacht, aber — ich kann ihn verstehen. Mich quält jetzt nur eins: Warum mußte erst die Hoffnung in mir erstehen, um wieder erstickt zu werden?«