Und er bedeckt ihr Gesicht, ihren Nacken, ihre Schultern mit sengenden, glühenden Küssen.
Und sie geht unter in aufgelöste, glühende Wonnen. Ein Brand ist in ihr, ein Brand, der nichts übrigläßt als ein sinnlos seliges Gefühl und eine einzige jauchzende Hingabe. — — —
Sie schlägt die Augen auf und sieht über sich gebeugt ein wildes, bärtiges Gesicht, sieht in glutvolle, begehrliche Augen. Sie will empor, will ihre weißen Glieder lösen aus nervigen Männerarmen. Ihr Mühen ist vergebens. Fest geschmiedet liegt sie in seinen Armen. Wilde, sinnbetörende Worte klingen in ihr Ohr, und heiße Liebkosungen rauben ihr den Atem.
Und er jauchzt auf: »Hab ich dich endlich im Bann? Wirf deinen Stolz ab, sei mein wildes Zigeunerweib. Laß die Haare flattern und jauchze mit mir. Die Stunde ist da, in der dein Schicksal sich erfüllt.« Wild hat er sie emporgerissen, und die zwei Adamsmenschen stehen im Dämmer des weiten Raums und starren sich stumm in die begehrlichen Augen. Und ihre Augen lassen ab von dem Manne und wandern. Wandern und suchen. Da steht sie. Gespenstig aus dem tiefen Schatten taucht sie blendend weiß empor: begehrliche Augen — gierige Lippen — die Riesenfangarme öffnen sich, um neue Opfer aufzusaugen — sie regen sich zu Hunderten — auch der gierige Mund, er wird lebendig — ein Hohnlachen kommt auf seine Züge. — — —
Da hallt ein irrer Schrei. Das Weib stürzt durch den Raum, greift nach dem Meißel und stürzt auf die Gorgo zu. Und nun beginnt ein Ringen, ein heißes Ringen. Hoch in der Rechten schwingt das Weib den Hammer. Der Mann zerrt ihren Arm herunter. Er schwebt gerade über seinem Haupt. Ihre Linke reißt seinen Kopf an ihre Brust, und aus der schwach werdenden Rechten fällt der Hammer zur Erde nieder. Sie steht einen Augenblick ohne Besinnung, dunkle Nebel sind ihr vor den Augen. Sie beginnt zu zittern. Dann nimmt der Mann sie in seine Arme, trägt sie auf das Ruhebett, wickelt sie zart in die schützende Decke und kniet vor ihr nieder.
»Weib — geliebtes du — bedenke doch, daß du lebst, jetzt erst lebst! Ein Leben ohne Liebe, das ist ein Leben ohne Schicksal. Über allem Wissen, über aller Kunst steht die Liebe, die Leidenschaft. Sie erst macht das Leben blut- und glutvoll. Wolltest du kein Schicksal, schrie nicht alles in dir nach Erlösung, nach Befreiung? Was klagst du? Ist nicht Liebe — Glück? Rausch — Seligkeit?«
Und wieder fühlt sie heiße, sinnverwirrende Küsse auf ihren Lippen.
Und unter dieser Glut spürt sie einen Reiz und wollüstige Qual, und sie versinkt wieder.
»Siehst du, wie du mich liebst,« flüstern unter Liebkosungen seine Lippen.