»Gewiß — und gute Nacht.« — — —


Lotte stand vor dem Spiegel und löste den Knoten ihres kastanienbraunen Haars. Da fiel es in kurzen Locken auf ihre Schultern, die Straffheit des Scheitels löste sich, leicht fiel eine Strähne nach vorn und bedeckte die linke Ohrmuschel. Wohl schimmerten Silberfäden hier und da, und doch, war dies das strenge, ältliche Gesicht, welches ihr aus dem Spiegel entgegenschaute? Ein erstauntes Lächeln verjüngte ihre Züge. Sie fühlte sich erlöst und befreit.

Ja, sie hat mich getroffen, wo es am wehesten brennt.

Ich habe geschrieen nach dem Kinde. Es ist etwas Unnatürliches, das Leben einer Frau ohne Kind. Es macht uns zu zwecklosen Wesen. Taube Nüsse am Baum des Lebens!

Hinweg mit dir, du grinsendes Gespenst, welches mir den Weg versperrte, den Zweck meines Lebens zu erfüllen, ich werde dich bezwingen.

Festhalten will ich dich, dich, das Tier im Menschen, durch meine Kunst. Dich, die Begierde, die Gier nach Lust, will ich ihnen zeigen in einer Fratze, so grauenhaft, daß ihnen das Blut erstarren wird und Entsetzen sie erbeben macht, wenn sie darin ihr eigenes Selbst erkennen. — — —


»Das ist ja eine wenig angenehme Lage, in der du dich befindest, liebe Ebba. Hat denn dein Mann gar nichts von sich hören lassen, hast du keine Ahnung, wo er sich befindet?«

»Ich weiß nichts, absolut nichts.