»Warum sind Sie fortgeblieben?« sagte sie.
»Das wissen Sie,« erwiderte er finster.
Sie lachte ihn aus.
»Wer hat Sie begleitet, als ich nicht zur Stelle war?«
»Reitzenstein natürlich!«
»Sie sind ein Dämon,« zischte er.
»Der Dämon sitzt in Ihnen.« — — —
Gerda hatte bei Kommerzienrat Menders gesungen. Sie hatte viel neue Menschen kennengelernt, und man hatte ihr viel Schönes gesagt über ihren Gesang, ihre Art, sich zu kleiden — dennoch kam sie verstimmt heim.
Der Zufall wollte es, daß sie ein Gespräch über ihre eigene Person anhören mußte. ›Ganz leidliche Stimme, aber nichts für den Konzertsaal. Soubrettenstimme.‹ ›Dazu paßt ihr Äußeres doch nicht,‹ erwiderte die andere Stimme. ›Viel zu vornehm, reserviertes Auftreten! Überhaupt eine königliche Erscheinung.‹ ›Sollte zum Kabarett oder zum Varieté gehen. Aus diesem Munde, in lässiger Vornehmheit, pikantes Genre vorgetragen — Donnerwetter — das würde ziehen.‹ — — —