»Bist du endlich auf dem Wege zum Glauben an die Menschheit?«
»Du hast mir diesen Weg gewiesen und mußt mich bis zu Ende führen.«
»Auch mir sind inzwischen Pflichten erwachsen, Lotte, ich ziehe in das Haus meines Bruders und werde dort Hausfrau sein.«
»Das ist vernünftig! Dann bist du nicht mehr einsam und hast Inge, dein Töchterchen. Die bringst du natürlich mit. Leid ist es mir nur um dein schönes Heim,« sie ließ die Blicke umherschweifen, »das du mit soviel Liebe und Kunstsinn wohnlich gemacht hast.«
»Das werde ich mir wieder schaffen.«
»Ja, Behaglichkeit um dich zu verbreiten, das verstehst du. Du bist die idealste Hausfrau, die ich mir denken kann, und Lukas Westphal und Inge werden es gut bei dir haben.«
* *
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In berückender Schönheit stand Gerda auf dem Podium. Die schwarze Chiffonrobe hob die Blässe ihrer Haut, machte das Rot ihrer Haare funkelnd aufleuchten. Ein prasselndes Händeklatschen empfing sie. Sie lächelte und ließ ihre Blicke über den Saal schweifen.
Nur halb gefüllt.
Ihre Mundwinkel zuckten verächtlich.