»Hast du denn kein Verständnis für die Sprache der Sinne und des Blutes?«
»Ich verlange, daß Sie sich beherrschen.«
»Das kann ich nicht mehr. Gerda — Gerda —,« stöhnte er auf, »so quäle mich nicht so — habe doch Erbarmen — ich habe ja ein Recht auf dich —«
»Ein Recht auf mich!« fährt sie auf — »meinen Sie wegen des Geldes?«
»Unsinn!« Auch er ist aufgesprungen und steht ihr jetzt in empörter Wut gegenüber — »Wer denkt an Geld! Du duldest meine Liebe seit Monaten — du ließest dich küssen — du ließest mich hoffen, daß du —«
»Das ist nicht wahr!« wirft sie ein.
»Ich habe ein Recht auf dich — ich breche mein Ehrenwort — ich nehme dich — hörst du — ich zwinge dich —« und er umschlingt sie in wildem Taumel und will sie auf das Ruhebett tragen.
Sie hat die rechte Hand frei, schlägt ihm ins Gesicht und zischt: »Sie Ehrloser!«
Da wird er kreidebleich. Seine Arme zittern, und er läßt seine Last zur Erde fallen.
Sie springt auf, hüllt sich in ihren Mantel, und herrscht ihn an: »Nach Haus! Sofort holen Sie mir einen Wagen — ich fahre allein!«