»Welch unerwarteter Besuch, mein gnädiges Fräulein!« Er geht mit ausgestreckten Händen auf sie zu, führt sie zum Sofa, rückt einen der schweren, tiefen Ledersessel davor und versinkt in dessen Polster.

»Ich komme in einer geschäftlichen Angelegenheit zu Ihnen, Herr Kommerzienrat!«

»Das freut mich! Freut mich sehr, daß Sie Vertrauen zu mir haben. Ich stehe Ihnen zur Verfügung, Fräulein von Wangenheim.«

Wieder blinzeln ihr seine Augen lüstern entgegen. Er hat den Sessel so dicht vor sie geschoben, daß seine Knie fast die ihren berühren.

Gerda hätte aufspringen mögen und davonlaufen.

»Herr Kommerzienrat,« — ihre Lippen zittern — »ich brauche Geld!«

»Geld? So, so! — Natürlich können Sie auf mich rechnen. Wieviel brauchen Sie?«

»Zehntausend Mark.«

Er sieht sie an. »Haben Sie sich mit — haben Sie sich entzweit?«

Eine flammende Röte schießt in ihre Wangen. Hochmütig und verächtlich schürzen sich ihre Lippen. Sie hätte ihn würgen mögen. So also dachte man über sie. Daß man sie für Winkelmanns Geliebte hielt, wußte sie, und es war ihr im Grunde gleichgültig gewesen. Daß man aber glauben würde, sie nehme Geld von ihm — —