»Ich will es versuchen, Lukas,« und sie streckte ihm die Hand über den Tisch hinüber. »Ich weiß, du meinst es gut mit mir, aber daß mir das glücken wird — ich meine, das Leben leicht zu nehmen — das glaube ich nicht.«

»Unsinn, Ebba,« warf Thea, welche ungeduldig in ihrem Sessel auf die Beendigung des Gesprächs gewartet hatte, ein. »Du mußt nur wollen. Ohne einen Schuß Leichtsinn wäre das Leben überhaupt nicht lebenswert; wer ihn nicht hat, der muß sich eben dazu zwingen.«

»Und wer ihn gleich mit auf die Welt gebracht, hat manchmal zuviel davon,« bemerkte Lukas.

»Besser als zu wenig! Da ich weiß, wohin du zielst, lieber Mann, kann ich mein überschüssig Teil gleich auf Ebba übertragen, dann wäre uns beiden geholfen.«

Er wehrte müde ab. »Du wirst dich nicht ändern, Thea.«

»Habe auch nicht die Absicht, ich bin mit mir zufrieden, wie ich bin.«

»Du bist beneidenswert. Wo ist übrigens Inge? Ich habe sie heute noch nicht zu Gesicht bekommen.«

»Wie solltest du auch, wenn du verhindert bist, mit uns zu speisen.«

»Es war mir leid genug, aber die Sitzung ging vor. Mit großer Mühe konnte ich mich frei machen, um Ebba diese Stunde widmen zu können. Bitte, laß doch Inge rufen.«

Thea klingelte und fragte das eintretende Stubenmädchen nach Fräulein Inge.