»Fräulein Inge ist mit einer Freundin spazieren gegangen.«
»Hattest du ihr denn nicht gesagt, daß wir meine Schwester erwarteten?«
»Ich kam so abgehetzt zu Tisch, habe tatsächlich vergessen, davon zu sprechen, entschuldige, Ebba. Es ist auch so schwer, das Kind von seiner Tageseinteilung abzuhalten.«
Dieses Mal traf der erstaunte Blick die Schwägerin.
»Ja, ja, ich bin eine schwache Mutter. Aber sage selbst, soll ich mich die wenigen Stunden, in denen ich mit meiner Tochter zusammen bin, herumärgern?«
»Warum bist du so wenig mit ihr zusammen?«
»Mein Gott, weil ich keine Zeit habe. Du glaubst gar nicht, wie ich in Anspruch genommen bin. Man hat doch Verpflichtungen der Gesellschaft gegenüber, unsere Stellung bringt das mit sich. Dann gehöre ich zwei Vereinen an, bin natürlich im Vorstand, das kostet auch Zeit.«
»Aber warum tust du das, wenn dich dies deiner Familie abspenstig macht?«
Thea lachte.
»Liebste Ebba, heute ist doch eine Frau nicht dazu da, nur in Häuslichkeit aufzugehen, man hat doch auch andere Interessen.«