Miß Webb winkte den Baron an ihre Seite, während Winkelmann zwischen sie und Fräulein von Wangenheim zu sitzen kam.

»Sie berufen sich auf mein Herz, Mr. Winkelmann. Das, was die Deutschen Herz nennen, das gibt es nicht in Amerika, an der Stelle, wo bei Ihnen das Herz sitzt, sitzt bei uns die Vernunft.«

»Ich dachte, die säße bei normalen Menschen im Kopf.«

»Bei uns hat man zweimal Vernunft, im Kopf und im Herzen.«

»Wie muß es da mit der Liebe bestellt sein, Miß Webb,« warf der Baron ein.

Sie saß in ihren Sessel geschmiegt. Die Hand, auf der ein rosafarbener Hauch lag, machte eine fortscheuchende Bewegung. Alles an ihr zeigte die verfeinerte Lebenskultur der Dame von Welt. Der Kopf mit den reichen Haarwellen saß auf schlankem, edelgeformtem Halse. Der weiße Nacken war von zarter Rundung, und unter den halbgeschlossenen Augenlidern blitzte Lebensdrang und versteckte Neugier.

»Die Liebe! Ein Zeitvertreib, ein Spiel, um das Leben prickelnd und amüsant zu gestalten.«

Winkelmann lachte auf. »Sie fassen die Liebe richtig auf, nur daß ich eine derartige Auffassung noch nie bei einer Frau gefunden habe.«

»Sie können sich also niemals verlieben oder eine Leidenschaft zu einem Manne empfinden?«

»Ich hasse Aufregungen, Baron — ich wünsche zu herrschen — beides schließt die Liebe aus.«